Autoersatzteilpreise

Kult ums Original

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Konsument 3/1999 veröffentlicht: 01.03.1999

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Die Automobillobby will den Wettbewerb möglichst abschaffen. Zwei Vorstöße in diese Richtung konnten zuletzt gerade noch verhindert werden.

Lucas drin.
Nur wo Audi draufsteht, ist auch Audi drin.“ So bewirbt Audi seine Originalbremsklötze für den Audi 80. In Wahrheit ist Lucas der Hersteller, der baugleiche Bremsklötze auch an freie Händler und Werkstätten liefert. Einziger Unterschied: Die Audi-Ringe fehlen.

Eine neue Auspuffanlage (mit Kat) kann 15.000 Schilling und mehr kosten. Bei einem älteren Baujahr mag man sich da schon überlegen, ob sich ein Austausch überhaupt noch lohnt. So wandern mitunter Fahrzeuge in die Schrottmühle, die noch voll funktionstüchtig wären. Das ist weder ökologisch noch wirtschaftlich besonders sinnvoll. Wer sich statt der Originalteile eine nachgebaute Version besorgt, zahlt oft nur ein Drittel des Preises: Das Fahrzeug könnte auf diese Weise der Verschrottung entgehen und noch einige Jahre seine Dienste leisten.
Geht es nach den Wünschen der Automobilhersteller, wäre dies bald nicht mehr möglich. Um ein Haar wäre es ihnen geglückt, die EU-Behörden dahin zu bringen, den originalgetreuen Nachbau von zahlreichen Autoersatzteilen (zumindest von „sichtbaren Teilen“) einfach zu verbieten. Das liefe auf ein gesetzlich verordnetes Monopol der Autoindustrie hinaus. Schätzungen zufolge hätte dies zu einer Verdoppelung der Reparaturkosten und damit zu entsprechend höheren Versicherungsprämien geführt. Dramatisch wären auch die Auswirkungen für die Autozulieferbetriebe gewesen, die in Europa immerhin eine Million Menschen beschäftigen.

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Bild: VKI