Autokosten

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Konsument 8/2006 veröffentlicht: 13.07.2006

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  • Ein Viertel der Arbeitszeit arbeiten Frau und Herr Österreicher nur fürs Auto.
  • Es gibt günstigere Alternativen.

Jede Menge Kosten

Die steigenden Treibstoffpreise sensibilisieren zunehmend für die Kosten des Autofahrens. Das zeigt auch eine aktuelle Umfrage des ÖAMTC: 91 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher ärgern bei den Kosten fürs Autofahren die hohen Spritkosten am meisten. 80 Prozent finden Steuern und Versicherungen zu hoch und 76 Prozent die Wartungskosten. Und damit stören interessanterweise vor allem die kleineren Kosten-Brocken. Denn die Spritkosten machen lediglich 11 Prozent der Autokosten aus, die Wartungskosten nur 10 Prozent und die Steuern und Versicherungen 27 Prozent. Über den Löwenanteil, die hohen Anschaffungskosten und damit verbunden den Wertverlust, der fast die Hälfte – 43 Prozent der Autokosten – ausmacht, regen sich nur wenige auf.

Im Schnitt ein Viertel des Einkommens

Drei Viertel der österreichischen Haushalte besitzen ein oder mehrere Autos. Und das stellt einen beachtlichen Kostenfaktor für das Haushaltsbudget dar. Denn durchschnittlich kostet ein Auto nach Berechnung des ÖAMTC 462 Euro pro Monat (berechnet auf 5 Jahre Nutzung und 12.000 km Jahresleistung). Umgelegt auf den durchschnittlichen Arbeitslohn bedeutet das, dass Herr und Frau Normalverbraucher rund ein Viertel ihrer Arbeitszeit, etwa 430 Stunden jährlich, für den eigenen fahrbaren Untersatz aufwenden.

Ein ganzer Mix an Möglichkeiten

Ein erklecklicher Anteil des Haushaltsbudgets fließt also in die Mobilität. Wesentliche Kostenentscheidungen – Spritverbrauch, Zulassungsklasse etc. – fallen ja bereits mit dem Autokauf. Wie weit darüber hinaus gespart werden kann, hängt von der persönlichen Flexibilität ab, für die täglichen Wege immer wieder zwischen unterschiedlichen Verkehrsmitteln zu wählen. Und davon, sich nicht auf die Haltung zurückziehen: Wenn ich schon ein Auto habe, muss ich es auch benützen, damit es sich rentiert. Nicht einmal unter dem finanziellen Aspekt stimmt das immer.

Viele Vorteile

Und oft beeinflussen andere Faktoren die Entscheidung. Die Möglichkeit, sich auf einer längeren Reise entspannen zu können und zu lesen, kann den Ausschlag für den Zug geben. Für Wege in der Stadt lässt viele das Bedürfnis nach Ungebundenheit, Schnelligkeit und körperlichem Wohlbefinden zum Fahrrad greifen. Zumal fast jede zweite Autofahrt in Österreich kürzer als vier Kilometer ist, also ideale Fahrraddistanz.

Autoverzicht als Option

Für die – statistischen – 462 Euro pro Monat lässt sich schon sehr viel andere Mobilität kaufen, sodass je nach Wohn- und Arbeitsort auch der Verzicht auf ein Auto, oder zumindest das Zweitauto, durchaus eine Option sein kann. Die spezifischen Qualitäten des Autos bestimmen heute die Standards, an denen andere Verkehrsmittel gemessen werden, wie: Entstehen Mehrkosten, wenn mehrere Personen gemeinsam reisen? Welche Möglichkeiten habe ich, Gepäck zu transportieren? Wie flexibel bin ich zeitlich?

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Bild: VKI