Autos: Kostspielige Reparatur

Heckscheibe statt Stromleitung

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KONSUMENT 6/2011 veröffentlicht: 17.05.2011, aktualisiert: 28.07.2011

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"Die Zitrone": Bei manchen modernen Autos können selbst einfache Schäden nur noch mit erheblichem Aufwand behoben werden.

Ein besonders drastisches Beispiel erlebte unser Leser DI Rainer H. aus Tirol. Bei seinem Peugeot 206 SW funktionierte der Heckscheibenwischer nicht mehr, weil die Stromversorgung ausgefallen war. Das kann ja nur eine Kleinigkeit sein, dachte sich Herr H. und fuhr zu seiner Werkstätte, wo man den Schaden begutachtete.

Kosten: an die 1.000 Euro

Danach erfuhr der Kunde, dass die gesamte Heckscheibe ausgetauscht werden müsse. Die Scheibe allein sollte über 500 Euro, die Reparatur insgesamt sogar an die 1.000 Euro kosten. Da hatte unser Leser eine ordentliche Wut im Bauch: „Unfähige Konstrukteure waren nicht in der Lage, eine funktionierende Stromversorgung ohne gröbere Umbauten herzustellen. Wenn das dem Lehrling passiert, zieht ihm der Meister die Ohren lang!“ Mit diesen drastischen Worten machte er in einem Schreiben an Peugeot Austria und an uns seinem Ärger Luft.

Wir können uns Herrn H.s Meinung anschließen: Wenn nur wegen eines defekten Stromkabels die gesamte Scheibe ausgetauscht werden muss, ist das schmerzhaft für die Brieftasche und wegen des Müllaufkommens auch nachteilig
für die Umwelt. Dazu befragten wir Peugeot Austria.

Peugeot verteidigt sich

Dort stellte man nicht in Abrede, dass die Heckscheibe in so einem Fall getauscht werden muss. Aber: „Der Preis für diese Scheibe wurde aktuell um circa 30 Prozent gesenkt.“ Generell werde eine kostenbewusste Reparatur vor dem Austausch eines Teiles favorisiert. Außerdem dürfte es sich um einen Einzelfall handeln: „Nach Überprüfung des Bestellvolumens bezüglich der Heckklappen ist kein erhöhter Bestelleingang unserer Vertragspartner zu verzeichnen.“ Und in diesem Fall konnte eine kostengünstige Alternative gefunden werden.

Nur Stromleitung repariert

Herr DI H. hat sich nämlich entschlossen, die Empfehlung der Werkstätte in den Wind zu schlagen, und darauf bestanden, dass nur die Stromleitung wiederhergestellt wurde – um vergleichsweise wohlfeile 150 Euro.

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Bild: VKI