Bahnfahren

Schritt in den Abgrund

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Konsument 8/2009 veröffentlicht: 22.07.2009

Inhalt

Bei einem Zug lassen sich die Türen regelmäßig auf der falschen Seite öffnen. Die Betreiberfirma findet nichts dabei.

Ein unerfreuliches Erlebnis hatte Herr A.im CAT, dem City Airport Train zum Wiener Flughafen. Als er aussteigen wollte, drückte er den Knopf. Die Zugtüre öffnete sich – aber nicht zum Bahnsteig, sondern zum benachbarten Gleis.

CAT: Sache sei nicht dramatisch

Um ein Haar wäre er in die Tiefe gestürzt. Ziemlich erschrocken alarmierte er den Zugführer. Doch dieser meinte schulterzuckend, das sei ganz normal. Besorgt wandte sich Herr A. schriftlich an die Betreiberfirma des CAT und schickte uns eine Kopie seines Schreibens. Denn was wäre, wenn ein Kind versehentlich die falsche Seite erwischt? Da könnte leicht ein Unglück passieren. Beim CAT sah man die Sache nicht so dramatisch. Es stimme,
dass sich die Zugtüren auf beiden Seiten öffnen lassen, wenn der Zugführer an der Endstation den Führerstand verlässt, um die Fahrtrichtung zu wechseln.

Kein Sicherheitsrisiko

Diese Regelung sei aus sicherheitstechnischen Gründen vorgeschrieben, damit die Fahrgäste im Brandfall die Waggons sofort verlassen können. Auch seien die Fahrzeuge technisch geprüft worden. Dabei sei festgestellt worden, dass kein technischer Mangel gegeben ist. Wegen der zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen (Lautsprecheransagen, durchgehende Beleuchtung am Bahnsteig, Handsensor) bestehe kein Sicherheitsrisiko für die CAT-Passagiere.

Also alles bestens? Nein, meinen wir. Gerade diesen Zug benützen viele Touristen. Und die können mangels Ortskenntnissen nicht wissen, ob der Bahnsteig, wo man aussteigt, auf der rechten oder der linken Waggonseite liegt. Daher sind Abstürze leider nicht auszuschließen.

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Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo