Car2go

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KONSUMENT 6/2014 veröffentlicht: 22.05.2014

Inhalt

"Hinter den Vorhang" schicken wir Unternehmen, die nicht sehr entgegenkommend waren oder nur wenig Kulanz zeigten. - In diesem Fall geht es um car2go. Der Carsharing Anbieter übertrug die Kosten für falsches Parken auf den Kunden. Dieser war jedoch nicht dafür verantwortlich.

Felix Gasser nutzt schon seit Langem das Angebot von car2go. Mittlerweile ist sein Verhältnis zu dem Carsharing-Anbieter allerdings getrübt. Begonnen hatte alles im August 2012, als er ein car2go-Fahrzeug in einer Wiener Kurzparkzone abstellte, so wie es gemäß den Geschäftsbedingungen erlaubt ist. Da das Fahrzeug allerdings nach Ablauf der höchstzulässigen Parkdauer nicht entfernt wurde, trudelte bei car2go wenig später eine Anonymverfügung ein. Wie die Firma im Nachhinein bestätigte, lag kein Kundenverschulden vor und die Strafe hätte von car2go übernommen werden müssen.

Rechnung für Parkstrafe auf Kunden übertragen

Allerdings passierte ein interner Fehler und die Zahlungsfrist wurde versäumt. car2go musste im Rahmen der Lenkerauskunft den Namen des letzten Kunden nennen, der das Fahrzeug benutzt hatte, und so wurde Herrn Gasser eine Strafverfügung zugestellt – wodurch er überhaupt erst von der Sache erfuhr. Anrufe bei der Hotline mündeten in der allgemeinen Auskunft, dass Kunden Strafen selbst zu bezahlen hätten. Ein eingeschriebener Brief blieb unbeantwortet.

Laut car2go sei ein Fehler passiert und nichts zu machen

Irgendwann meldete sich dann doch die stellvertretende Storemanagerin und entschuldigte sich für das Vorgefallene. car2go bezahlte auch die Strafe, doch Herrn Gasser blieb aufgrund der Strafverfügung ein schwarzer Fleck in Form einer Vormerkung im Verkehrsakt, die ihm verständlicherweise ein Dorn im Auge war. Als es ihm endlich gelang, mit dem Geschäftsführer von car2go zu telefonieren, bekam er nur die lapidare Aussage zu hören, dass halt ein Fehler passiert sei und laut Rechtsabteilung hinsichtlich der Vormerkung nichts zu machen sei. Herr Gasser müsse diese einfach hinnehmen. Das tat er allerdings nicht. Er erhob Einspruch und Berufung. Tatsächlich leistete das Verwaltungsgericht seiner Beschwerde Folge und stellte das Verfahren ein.

Fazit: Eineinhalb Jahre Ärger für den Kunden

car2go hat als Entschädigung für das mehr als eineinhalb Jahre dauernde Ärgernis, das der Kunde selbst aus dem Weg räumen musste, für das anfängliche Ignorieren und den Versuch, die Sache ruhen zu lassen, zwei Gratisstunden für die car2go-Nutzung angeboten.

 

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Kommentare

  • Vormerkung
    von REDAKTION am 10.06.2014 um 09:33
    Bei normalen Parkstrafen bekommt man eine Anonymverfügung, und wenn man diese bezahlt, ist alles erledigt. Da Car2Go diese jedoch nicht bezahlt hat, ist es zu einer Strafverfügung auf den Namen des Kunden gekommen. Car2Go bezahlte zwar letztlich, trotzdem erfolgte aufgrund dieser Strafverfügung ein Eintrag in die Strafkartei der Behörde, die als Vormerkung 5 Jahre eingetragen geblieben wäre. Ihr KONSUMENT-Team
  • Vormerkung im Verkehrsakt ???
    von Fugenwanze am 08.06.2014 um 07:10
    Was genau bedeutet "Vormerkung im Verkehrsakt"? Eine Parkstrafe ist schließlich kein Vormerkdelikt für das Führerscheinregister.
  • Seltsame Regelungen
    von bergi am 31.05.2014 um 17:29
    Ich habe mit car2go ähnlich schlechte Erfahrungen: Nach der Benutzung eines Autos und Abstellen im 5. Bezirk (Kurzparkzone) bekam ich Wochen später eine email, dass mir car2go eine Anonymverfügung weiterverrechnet. Die Anonymverfügung lautet "Parkuhr nach Beendigung des Mietvorganges nicht auf die Ankunftszeit eingestellt." Keine weitere Information, wie sie das denn festgestellt haben und warum ich das zahlen soll. Der Betrag von 48 Euro (plus 10 Euro Bearbeitungsgebühr) wurde mir von meiner Kreditkarte abgebucht. Aufgrund dieser Vorkommnisse habe ich car2go seitdem nicht mehr benutzt, da man sich nie sicher sein kann, nicht irgendwelche intransparente Kosten aufgebrummt zu bekommen.
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