Citroën

"Montagsauto" sagt man nicht

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KONSUMENT 2/2015 veröffentlicht: 29.01.2015

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"Hinter den Vorhang" schicken wir Unternehmen, die nicht sehr entgegenkommend waren oder nur wenig Kulanz zeigten. - In diesem Fall geht es um die Marke Citroën und das Autohaus Tschugg in Innsbruck, das nun "Autoland" heißt, da es den Besitzer wechselte.

Mehrere Jahre lang war Herr Lehner sowohl mit der Marke Citroën als auch mit seiner Werkstatt, dem Autohaus Tschugg in Innsbruck, sehr zufrieden gewesen. Seit seinem letzten Neuwagenkauf fühlte er sich allerdings von beiden zunehmend im Regen stehen gelassen – und das im wahrsten Sinn des Wortes.

Im Regen stehen gelassen

Es begann nämlich damit, dass drei Wochen nach der Fahrzeugübernahme über das Schiebedach Regenwasser eindrang. Es brauchte zwei erfolglose Reparaturversuche und schließlich den Austausch des Schiebedachs, bis dieses Problem nach mehr als einem Jahr gelöst war.

Mängel über Mängel

Allerdings war es nur eines von vielen, denn es gesellten sich weitere Mängel dazu (Fensterheber, Einparkhilfe, Reifendruckkontrolle, Querlenker). Und als ob das noch nicht genügt hätte, gab es laufend Fehlermeldungen seitens des Bordcomputers: „Motoröl nachfüllen“, „Airbags oder Gurtstraffer defekt“, „Motorfehler“.

Vermutlich ein "Montagsauto"

Alle diese Meldungen waren unbegründet, weil in keinem Fall ein nachvollziehbarer Fehler zugrunde lag. Trotzdem gelang es der Werkstatt nicht, sie abzustellen. Diese hatte mittlerweile den Besitzer gewechselt und firmierte unter dem Namen „Autoland“. Eines Tages konfrontierte der neue Geschäftsführer Herrn Lehner mit der Aussage, dass es sich offensichtlich um ein Montagsauto handle, das seine Werkstatt nicht mehr für weitere Reparaturen annehmen werde. Schließlich habe er es bei einer anderen Firma gekauft.

Citroën Österreich ...

Verärgert wandte sich Herr Lehner an Citroën Österreich. Doch von dort kamen zunächst nur unbefriedigende Lösungsvorschläge wie Umtausch auf ein kleineres und nicht gleichwertig ausgestattetes Fahrzeugmodell und danach das Angebot, die Kosten für den 60.000-km-Service zu übernehmen. Auf Herrn Lehners Wunsch nach einer kulanten Lösung ging man allerdings nicht ein.

... hilft auch nicht

Nach mehrmaligem Urgieren seinerseits erhielt er ein Schreiben, in dem Bedauern darüber ausgedrückt wurde, dass er so schlechte Erfahrungen mit Citroën gemacht hatte. Zugleich aber ergriff man – wenn auch nicht ganz ohne Seitenhieb – Partei für die Autowerkstatt: Bei der Firma Autoland handle es sich um einen jungen Vertragspartner mit derzeit noch geringen Markenkenntnissen. Darauf lasse sich auch die „unangemessene Ausdrucksweise (Montagsauto)“ des Geschäftsführers zurückführen.

Was Citroën bisher schuldig geblieben ist: die Antwort darauf, wie man ein solches Fahrzeug korrekt nennt, wenn man die umgangssprachliche Bezeichnung Montagsauto nicht verwenden darf. Aber vermutlich existiert gar kein Begriff dafür, weil es nicht geben kann, was es nicht geben darf. Und im Regen allein zurück bleiben die Kunden.

 

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