Baumärkte in Osteuropa

Schnäppchen sind die Ausnahme

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Konsument 9/2004 veröffentlicht: 20.08.2004

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  • Baumärkte in Tschechien, Slowakei und Ungarn im Vergleich
  • Für Heimwerker lohnt sich der Umweg nur selten

Heimwerker müssen scharf kalkulieren. Wer Baumaterialien oder Malereibedarf braucht, für den sind Preisunterschiede von ein paar Euro pro Meter oder pro Kilo keine Kleinigkeit. Da sind sehr schnell ein paar Hunderter beisammen.Und nicht immer ist ein höherer Preis Garant für bessere Qualität (wie es bei den Dispersionsfarben der Fall ist – siehe dazu: Weitere Artikel - "Innendispersion 9/2004"). Da liegt es nahe, sich in den östlichen Nachbarländern einmal umzusehen, noch dazu, seitdem diese Staaten zu EU-Mitgliedern wurden, wodurch bestimmte Einkaufsbeschränkungen gefallen sind.

Preisvorteile geschmolzen

Doch die Zeiten, als sich Besucher aus dem Westen in Tschechien, Slowakei oder Ungarn wie Gott in Frankreich fühlen durften, sind vorbei. Die Preisvorteile sind deutlich geschmolzen. Überdies gelten die Preise in den heimischen Baumärkten im internationalen Vergleich ohnehin als eher niedrig – der vor allem durch deutsche Heimwerkerketten angefachte Wettbewerb hat deutliche Spuren hinterlassen. Lässt sich da überhaupt noch etwas einsparen?

Für Heimwerker lohnt sich der Umweg nur selten

Der Markt für Heimwerker in den östlichen Nachbarländern wird von den ausländischen Ketten geprägt: Wie hierzulande findet man dort bauMax-, OBI- oder Bauhaus-Filialen, wobei im grenznahen Bereich vor allem der aus Klosterneuburg stammende österreichische Marktführer bauMax stark vertreten ist. Ortsansässige Ketten gibt es so gut wie gar nicht. Die heimische Szene in den ehemaligen Ostblockstaaten ist noch so strukturiert, wie wir es aus der Zeit vor dem massiven Eindringen der Baumärkte kennen: Baustoffhändler konzentrieren sich auf konventionelle Baustoffe, sonstige Produkte wie Werkzeuge, Elektrogeräte oder gar Gartengeräte und Pflanzen müssen jeweils in anderen Geschäften gekauft werden.

Ausländische Ketten

Klar, dass in einem solchen Markt die ausländischen Ketten fast monopolartige Dominanz erreichen können. Neue Filialen schießen wie Pilze aus dem Boden. Allein OBI unterhält in Budapest 6 Filialen. Eine slowakische bauMax-Filiale (Bratislava III) war im Vorjahr mit 18 Millionen Euro umsatzstärkste Filiale im gesamten bauMax-Konzern. Für Besucher aus Österreich sollte das kein Nachteil sein: Das Angebot ist besser vergleichbar, die Serviceleistungen entsprechen westlichem Standard. So kann man in allen von uns besuchten Filialen mit Bankomat- oder Kreditkarte bezahlen.

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Bild: VKI