Energieausweis

Typenschein fürs Haus

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KONSUMENT 3/2014 veröffentlicht: 27.02.2014, aktualisiert: 05.03.2014

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Sie wollen eine Wohnung oder ein Haus kaufen bzw. mieten oder ein Haus sanieren? Dann sollten Sie sich mit dem Energieausweis beschäftigen; es lohnt sich.

In vielen Immobilieninseraten finden sich Kürzel wie HWB 120 oder fGEE 1,61. HWB steht für Heizwärmebedarf und 120 bedeutet, dass da wohl hohe Heizkosten anfallen werden. Hinter diesen Angaben steht der Energieausweis.

Typenschein für das Haus

Der Energieausweis ist eine Art Typenschein für ein Haus und indirekt auch für Wohnungen. Er enthält Daten darüber, wie die Qualität des Hauses den Energieverbrauch beeinflusst – also Heizung, Warmwasser, Strom. So ein Zahlenfriedhof ist nicht lustig, schon gar nicht für Laien. Wenn Sie ihn aber verstehen, können Sie Geld sparen. Das ist der Vorteil. Der Nachteil: Die Angaben dienen nur der Orientierung. Denn "der Heizwärmebedarf", so Johannes Breitling, Baumeister und Aussteller von Energieausweisen in Graz, "sagt nicht viel über den echten Verbrauch."

Zwei Klassen-Gesellschaft

Es gibt unterschiedliche Energieausweise. Alte sehen anders aus als neue, steirische sehen anders aus als solche aus Salzburg. So heißt es in einer Information des Landes OÖ: "Sind die Regeln österreichweit einheitlich?" Die Antwort lautet: "Ja und nein. Zwar gibt es gemeinsame Richtlinien und Normen (…), einige Bundesländer weichen in ihrer Gesetzgebung davon ab." Bei den genannten Richtlinien und Normen handelt es sich um: OIB Richtlinie 6, Ö-Normen EN832, EN 13790, EN12831 B1800, B8110 1-6, H5050 – 5059.

Als ob das nicht genug wäre, gibt es bei Energieausweisen auch eine Zwei-Klassen-Gesellschaft: die für Neubau und Sanierung von Gebäuden und jene, die man vorlegen muss, wenn man eine Immobilie vermieten und verkaufen möchte. Für Konsumenten ist das verwirrend.

Energieausweis light

Da die Bundesländer Förderungen, z.B. für Sanierungen, unter anderem an den Energieausweis knüpfen, gibt es hier in einigen Bundesländern eine gewisse Qualitätskontrolle. Die Energieausweise für den Verkauf oder die Vermietung von Immobilien hingegen unterliegen keiner Kontrolle. Das Gesetz hat sie nicht vorgesehen. "Für mich", so berichtet uns ein Aussteller, "ist das ein gravierender Unterschied. Der Anspruch ist ein ganz anderer."

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Kommentare

  • Energiesparen ist sinnvoll
    von REDAKTION am 03.03.2014 um 13:07

    An Sidestep: Stimmt, für private Einzeleigentümer bleibt bei 500 Euro Mieterlös nicht viel netto übrig. Aber letztlich werfen Sie die Frage auf: Gehöre ich zur Gruppe der Eigentümer oder zur Gruppe der Mieter? Welche Gruppe soll die Politik bevorzugen? Der Energieausweis mag derzeit noch Schwächen haben, aber das Ziel, dem Käufer oder Mieter verpflichtend mitzuteilen, ob eher mit hohen oder niedrigen Energiekosten zu rechnen ist, dieses Ziel ist sehr sinnvoll. Energieverschwendung a la USA auf Kosten anderer ist nicht erstrebenswert. Wie soll der Energieausweis etwas über den tatsächlichen künftigen Verbrauch aussagen? Ein Aussteller weiß nicht, ob ein Asket einziehen wird (an Kälte und Dunkelheit gewöhnt) oder eine verwöhnte sechsköpfige Familie, die viel duscht und es gern sehr warm hat. Ihre ärgerlichen Hinweise >>typisch Abzocke, immer neue Steuern, unsinnige Vorschriften<< sind politische Statements, klingen stark nach US-Republikanern und Tea Party. Das ist eine Frage der Weltanschauung und nicht des Energieausweises.

    Ihr KONSUMENT-Team

  • Unnötig wie ein Kropf!
    von sidestep am 01.03.2014 um 17:12
    Wie kann es sein, daß zwar bei Vekauf/Vermietung eines Objekts zwingend ein Energieausweis vorgelegt werden muß, dieser im Endeffekt aber nichts über den tatsächlichen Energieverbrauch aussagt - typisch Abzocke, immer neue Steuern, unsinnige Vorschriften etc. - wenn man bedenkt was jetzt bei etwa der Vermietung einer Wohnung an Spesen anfällt, greift man sich aufs Hirn: Energieausweis, ev. Reparaturkosten die man zu tragen hat, Einkommens- und Umsatzsteuer - von zB 500 EURO Mieterlös bleibt da - wenn´s gut geht - grade noch die Hälfte übrig und die wird durch die Inflation noch angeknabbert.
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo