Energieausweis

Typenschein fürs Eigenheim

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Konsument 8/2008 veröffentlicht: 18.07.2008, aktualisiert: 05.08.2008

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Wie viel Energie ein Haus bzw. eine Wohnung verbraucht, wussten bislang nur die Bewohner. Der Energieausweis bringt hier Licht ins Dunkel und macht Objekte leichter vergleichbar.

Ausweis für den Energieverbrauch

Nach der EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (Dezember 2002) braucht jedes Gebäude bei Neubau, Sanierung, Verkauf und Vermietung grundsätzlich einen Energieausweis. In Umsetzung dieser Richtlinie wurde in Österreich 2006 das Energieausweisvorlagegesetz beschlossen. Damit wird geregelt, dass bei jedem Verkauf einer Immobilie ein Energieausweis des Gebäudes vorzulegen und für den Fall, dass der Kauf zustande kommt, dem Käufer auch zu übergeben ist. Der Ausweis darf bei der Übergabe nicht älter als zehn Jahre sein.

Dasselbe gilt auch für die Vermietung eines Hauses oder einer Wohnung. In diesem Fall müssen die Unterlagen dem Mieter übergeben werden. Diese Regelung gilt seit Anfang dieses Jahres für alle Gebäude mit einer Baugenehmigung ab dem 1.1.2006. Wurde die Baubewilligung vor diesem Stichtag erteilt, tritt die Vorlageverpflichtung erst bei einem Verkauf bzw. einer Vermietung nach dem 31. Dezember 2008 in Kraft.

Mit dem Energieausweis soll der Norm­energiebedarf eines Gebäudes bzw. Gebäudeteiles ausgewiesen werden. Ermittelt wird dieser Bedarf anhand einer standardisierten Berechnung, die auf Grundlage der Gebäudebeschaffenheit und der verwendeten Baumaterialien erfolgt.

Anreiz für Sanierung

Hintergrund dieser Neuregelung ist der Umstand, dass schlecht gedämmte Gebäude die größten Energiefresser sind und damit auch einen hohen Anteil am Kohlendioxidausstoß (CO2) haben. Die Initiatoren des Energieausweises gehen davon aus, dass die Gebäudeeigentümer längerfristig vermehrt in energiesparende und ressourcenschonende Maßnahmen investieren werden, wenn beim Verkauf oder der Vermietung von Immobilien eine Art Typenschein oder Gütesiegel vorgelegt werden muss. Denn nur dann kann ein Käufer oder Mieter anhand des standardisierten Energieausweises relativ einfach feststellen, ob die Immobilie seiner Wahl ein Energiesparer oder ein Energiefresser ist.

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