Energieberatung

Schwachstellenanalyse

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Konsument 4/2009 veröffentlicht: 19.03.2009

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Wer sein Haus sanieren möchte, ist oft ratlos: Wo anfangen? Und was kostet das eigentlich? Energieberater helfen, diese Fragen zu klären. Wir fragten DI Friedrich Brandstetter, was Kunden von einer solchen Beratung erwarten können.

Interview mit Friedrich Brandstetter zum Thema Energieberatung (Foto: Brandstetter) 

DI Friedrich Brandstetter ist studierter Elektrotechniker und selbstständiger Energieberater im Pool der Energieberatung des Landes Niederösterreich. Er stand für unseren neuen Ratgeber „Energiesparen ganz einfach!“ als Experte zur Verfügung.

"Konsument": Was versteht man unter einem Energieberater?

DI Brandstetter: Ein Energieberater ist jemand, der sich intensiv mit dem Thema Energieeffizienz und dem Einsatz von erneuerbaren Energien beschäftigt.

Wie lange dauert bei Ihnen eine Beratung und wie läuft sie ab?

DI Brandstetter: Sie müssen mit ca. zwei Stunden rechnen. Ich komme zu Ihnen in Ihr Ein- oder Zweifamilienhaus und schaue mir das Objekt vor Ort an. Dann bespreche ich, welche Maßnahmen in welcher Reihenfolge sinnvoll wären. Wichtig sind natürlich auch die Themen Finanzierung und Förderung.

Wie erheben Sie den Ist-Zustand einer Wohnung oder eines Hauses?

DI Brandstetter: Es gibt relativ gut abgegrenzte Bauperioden, anhand derer man die Qualität eines Gebäudes beurteilen kann. Es gibt eine ­Bauperiode vor 1918, 1919: Gebäude aus dieser Zeit bestehen typischerweise aus Vollziegelwerk oder Natursteinmauerwerk. Dann gibt es die Bauperiode, bei der man energetisch am meisten herausholen kann: Das sind Nachkriegsbauten bis Ende der 1960er-Jahre. Da ist aufgrund der ge­ringen Verfügbarkeit und der nicht vorhan­denen Mittel großteils mit sehr schlechten Mate­rialien gebaut worden.

Wenn man sich für eine Sanierung entschieden hat, womit fängt man an?

DI Brandstetter: In der Reihenfolge steht an erster Stelle: dämmen, dämmen, dämmen. Man sollte einen möglichst hohen Standard der thermischen Qualität des Gebäudes erreichen. Das sind also die oberste Geschossdecke, die Fenster, die Fas­sade und, falls vorhanden, auch der Keller. Bei nicht unterkellerten Gebäuden muss general­saniert und der Fußboden neu aufgebaut werden.

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Kommentare

  • Thermografie
    von REDAKTION am 13.11.2009 um 16:36
    Bei einem relativ neuen Haus ist die Thermographie praktisch die einzige Möglichkeit, Schwachstellen, die zu Energieverlusten führen, ausfindig zu machen. Fragen Sie am besten bei Ihrem Energieversorger nach, ob er dieses Verfahren anbietet und was es kostet.
  • Wärmebildkamera
    von Holzmann1 am 06.10.2009 um 09:32

    Ich bin interessiert an Anbieter die mit einer Waermebildkamera Fotos von unserem Haus machen koennen - Haben sie dazu einen Tipp?

    Unser Haus wurde in 2003 errichtet nach den OE-Normen (Fensterdichtungen) Wir haben ein Ziegel-Massiv-Haus (30cm+10cm VWS). Gerne wuerde ich die "Schwachstellen" sehen koennen. Letzends habe ich eine Anzeige vom Baumax gesehen, der max. 4 Bilder zum Preis von knapp 100 Euro. Allerdings der Pferdefuss dabei ist, wenn es widrige Wetterverhaeltnisse gibt, dann gibt es keine Aufnahmen, auch nicht zu guenstigeren Wetterverhaeltnisse, sondern lediglich einen Warengutschein. http://www.baumax.at/flugblatt/waermebild/blaetterkatalog/index.html Auch wenn der Warengutschein in einer hoeheren Summe angeboten wird, finde ich das Angebot nicht OK.

    Danke im voraus fuer Ihre Antwort!

Bild: VKI