Energieversorger: Anbieter wechseln

Die Rache der Ex-Monopolisten

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KONSUMENT 8/2013 veröffentlicht: 25.07.2013

Inhalt

Die Zitrone: Ehemalige Landesenergieversorger greifen zu Tricks, um Kunden den Wechsel des Anbieters zu vermiesen.

"Ich bin zu einem günstigeren Stromanbieter gewechselt, aber jetzt zahle ich mehr als vorher.“ „Ich habe meinen Gasversorger gewechselt, aber ich kenne mich jetzt bei der neuen Akontovorschreibung nicht aus.“ Derartige Beschwerden erhalten wir in letzter Zeit öfter. Denn nun sind neue Anbieter von Strom und Gas mit günstigen Preisen auf den Markt gekommen. Und die Konsumenten kehren den traditionellen Energieunternehmen in den Bundesländern zunehmend den Rücken. Doch diese Ex-Monopolisten wissen sich zu wehren.

Netzbetreiber geben überhöhte Verbrauchswerte an

Sie sind ja nach wie vor die Netzbetreiber, also die Herren über Stromleitung bzw. Gasrohr. Und haben als solche eine wichtige Funktion: Sie müssen dem neuen Strom- oder Gasanbieter mitteilen, wie viel der Kunde X, der dorthin wechseln will, bisher verbraucht hat. Denn damit muss der neue Anbieter die Akontozahlungen kalkulieren. Doch bei den Verbrauchsdaten scheinen die Netzbetreiber zu flunkern: Öfter geben sie überhöhte Werte an. Vielleicht, damit der Ex-Kunde den (falschen) Eindruck bekommt, dass sich ein Anbieterwechsel ohnehin nicht auszahlt.

E-Control klagt Energieanbieter

Bei der Regulierungsbehörde E-Control ist das Problem bekannt. Und sie geht mit Klagen dagegen vor. Natürlich kommt die Stunde der Wahrheit, wenn der neue Energieanbieter die erste Jahresabrechnung legt. Dann wird – sofern der Verbrauch gleich geblieben ist – die überhöhte Vorauszahlung wieder refundiert.

Hilfreich ist es, beim Wechsel dem neuen Anbieter selbst den genauen Zählerstand zu übermitteln. Oder den Netzbetreiber aufzufordern, die Verbrauchsdaten richtigzustellen, wenn man trotz billigerem Strom- bzw. Gasanbieter mehr bezahlt als vorher. Hilft auch das nicht, sollte man die Schlichtungsstelle der E-Control einschalten.

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Kommentare

  • Stimmt
    von Drdeca am 19.07.2014 um 21:15
    Ich selbst hatte den Gasbetrieber gewechsel und merkwürdiferweise wurde ein um eine Zehner-Potenz höherer Gasverbrauch an den neuen Versoger gemeldet. Kurzer Anruf bei neuen Versorgen, wurde per Folgemonat richtig gestellt. War aber sicher nur "ZUfall"
  • Nepp
    von sidestep am 22.02.2014 um 09:10
    Die Netzbetreiber erhöhen sofort die Netzkosten, falls man wechselt - damit dem Kunden suggeriert wird, es zahlt sich nicht aus leider sind die Netzkosten nicht nachvollziehbar, die e-control ist unnötig ,da diese das Problem kennen, jedoch nichts dagegen unternehmenwill/kann. Hartnäckiges Nachfragen bzgl. der Erhöhung bei meinem Netzbetreiber ergab nur lapidare, sinnentleerte Erklärungen. Fazit: Einen Wechesle kann man sich so gesehen sparen, schuld ist nicht der neue Energielieferant, sondern die Netzbetreiber, die das System torpedieren - mich wundert aber, daß der KONSUMENT hier das Problem wohl anspricht, aber offenbar auch nichts dagegen unternimmt. Als Unternehmer bin ich verpflichtet, dem Kunden eine klare und bis ins Detail nachvollziehbare Rechnung zu legen - die Netzbetreiber müssen ihre Berechnung der Netzkosten jedoch nicht aufschlüsseln (wie viel Prozent vom Verbrauch beträgt diese etwa und nach welchen Gesichtspunkten gestalten sich diese- scheint nirgends auf) es wird auch immer behauptet, wenn man weniger Energie verbraucht, sinken die Netzkosten - stimmt auch nicht, einige Leute im Bekanntenkreis zahlen jetzt wie ich mehr obwohl sie weniger verbraucht haben! Viel Lärm um nichts, im Endeffekt ist der Kunde immer der Blöde!
  • Diese Angebote gelten meist nur eine gewisse Zeit, meist ein Jahr.
    von einhorn am 25.08.2013 um 11:02
    Danach werden die Preise wieder höher. Das habe ich selbst erlebt. Man müsste als jedes Jahr wechseln und das ist mir zu umständlich.
  • Jahresabrechnung mitschicken
    von komendera am 11.08.2013 um 18:48
    Ich habe vor einiger Zeit von einem Ex-Monopolisten zu einem Ökostrom Anbieter gewechselt. Dieser bat von sich aus, die letzte Jahresabrechnung mitzuschicken. Schade, dass es notwendig ist!
  • Selbst Abschlagszahlung ändern!
    von ennsi am 25.07.2013 um 11:53
    Normalerweise kann man auf den Serviceseiten des Lieferanten seine monatliche Abschlagszahlung selbst ändern. Ich wechsle jedes Jahr zum Günstigsten Anbieter und weiss daher in etwa was ich auch verbrauche und wie hoch der Monatsbetrag ungefähr dadurch ist. Falls jetzt ein Scherzanbieter dabei wäre der überhöhte Daten weitergibt werden diese sofort online von mir geändert -)
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