Heizkosten im Vergleich

Ein heißes Eisen

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Konsument 10/2009 veröffentlicht: 17.09.2009

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  • Holz und Fernwärme sind die großen Gewinner
  • Die fossilen Energieträger verlieren an Boden
  • Die Preisunterschiede sind enorm, ein Umstieg ist aber nicht immer sinnvoll oder möglich

Holz, Gas oder Öl – die Diskussion, welcher Energieträger der billigste ist, wird erbittert geführt. Und hängt natürlich von den Annahmen und Voraussetzungen im Einzelfall ab. Trotz vielem Wenn und Aber zeigt ein seriöser Heizkostenvergleich riesige Preis­unterschiede: Die Brennstoffkosten pro ­Energieeinheit (KWh) schwanken zwischen 2 Cent und mehr als dem Neunfachen davon. Übers Jahr gerechnet sind das ein paar Tausend Euro Unterschied.

Zwischen 1,99 und 18,13 Cent/KWh

Die beiden Extremwerte betreffen einer­seits Hackschnitzel und andererseits Tagstrom. Auf die 1,99 Cent/KWh Brennstoffkosten für Hackgut kommt man nur dann, wenn man die Möglichkeit hat, das Brennmaterial selbst abzuholen – von dem Platz, wo das Hackgut gelagert wird („ab Wald“). Bei Zustellung muss man mit einem Aufpreis von etwa 40 Prozent rechnen.

Tagstrom nur als Notlösung

Die Tagstromvariante wiederum kommt nur als Zusatzheizung bzw. für kurzzeitigen Einsatz in Frage. Wer hauptsächlich mit Strom heizt, wird sinnvollerweise den Nachtstromtarif in Anspruch nehmen. Dazu ist eine eigene Stromleitung mit Zähler erforderlich. So reduzieren sich die Unterschiede an Heizkosten zwar etwas, sie bleiben aber immer noch beträchtlich.

Scheit- und Kaminholz

Unser Heizkostenvergleich zeigt: Die Zustellungspreise für Scheit- und Kaminholz sind wesentlich höher als die Preise ab Wald. Da der Preis für die Zulieferung von der Entfernung abhängt, können dafür keine allgemein gültigen Preise angegeben werden. Man kann aber davon ausgehen, dass die Zustellpreise der Bauern ungefähr so hoch liegen wie die Preise für Selbstabholung größerer Mengen vom Baumarkt, die in der Tabelle mit 5,41 Cent angegeben sind (Kaminholz – Kachelofen).

Billiger mit Wärmepumpe

Billiger kommt das Heizen mit einer Wärmepumpe (4,87 Cent). Sie ist in der Tabelle unter elektrischer Energie zu finden. Der eigentliche Energieträger ist ja die Erdwärme, die kostenlos zur Verfügung steht. Dennoch ist ein vergleichsweise hoher Energieeinsatz zum Betreiben der Pumpe notwendig, die die Wärme aus dem (Garten-)Boden ins Haus transportiert. Für vier Einheiten Wärmeenergie muss eine Einheit Strom zum Betreiben des Kompressors bezogen werden.

Holz-Heizanlagen

Holz-Heizanlagen außer Pellet- und Hackschnitzelheizungen müssen händisch mit dem Brennmaterial versorgt werden, ebenso wie Kohleöfen oder -kessel. Wer den Komfort einer Zentralheizung mit automatischer Nachfüllung des Energieträgers nicht missen will, für den bleiben damit neben den beiden genannten nur Erdgas, Flüssiggas, Heizöl, Wärmepumpe oder Fernwärme als Alternative. Für Wohnungen kommen meist lediglich Erdgas oder Fernwärme in Frage, weil in aller Regel der Platz für den erforderlichen Lagerraum oder -behälter fehlt.

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Kommentare

  • bitte weiterführen
    von gebitt am 04.02.2010 um 13:47
    Ich kann mich über die Kritiken, die in den anderen Kommentaren zu lesen sind eigentlich nur wundern. Dieser Vergleich ist in seiner Einfachheit überaus hilfreich und kann so wirklich eine Entscheidungshilfe sein. Natürlich wird jeder bei der Brennstoffwahl auch andere Kriterien berücksichtigen, wie z.B. die Investitionskosten. Aber gerade für einen ersten Vergleich ist diese Liste sehr gut. Auch die Einbeziehung von Nutzungsgraden ist wichtig und muiss auch berücksichtig werden. Ich hoffe nur, der VKI wird diese Listen auch für die nächsten Monate und Jahre in dieser Form fortführen! PS: Manche der Kritiken, die der Liste Einseitigkeit vorwerfen, stammen anscheinend selbst von sehr einseitig vorbelasteten Lesern.
  • Heizkostenvergleich 10/2009
    von brandstätter11 am 18.10.2009 um 14:50
    Dem Kommentar von -von polz am 26.09.2009 um 19:10- kann ich mich nur anschließen. Es gibt ein ein völlig falsches Bild der tatsächlichen Kosten wenn man die Herstellkosten und die laufenden Kosten der verschiedenen Anlagen bei einem Vergleich der Heizungskosten einfach ignoriert. Überdies vermisse ich einen Hinweis über die Gefahren der Feinstaubbelastung von Holzheizungen.
  • Ein Zusatzkommentar
    von untertan am 18.10.2009 um 06:23
    Wenn den Konsumentenschützern, die vorgeben solche zu sein, wirklich das Wohl der Konsumenten am Herzen liegt, dann verstehe ich nicht, warum nicht längst ein Preistreibereiverfahren gegen die Ergaslieferanten beantragt worden ist. Der gesamte Konsumentenschutz ist offenbar auch seinen Erhaltern und Förderern verpflichtet, denn wäre ja ein diesbezügliches Verfahren, wie in Deutschland, schon längst beantragt worden.Nur zu kritisieren, wie es der ARBO immer in seinen Klageliedern über die "Treibstoffmafia" tut, ist zuwenig. Und erregt den Verdacht, daß die die für den Schutz verantwortlich sind, ihn nicht besonders ernst nehmen. Dazu fällt mir der Vergleich mit der Bankenaufsicht ein. Sie ist auch ihren "Brotgebern" verpflichtet.
  • Die forcierten Energieträger
    von untertan am 18.10.2009 um 06:07
    Wie im Forum bereits bekannt, sind Ihre "Empfehlungen" nicht wirklich hilfreich. Die in Ihren Konsument-Beiträgen angeführten Argumente sind teilweise ohne Berücksichtigung der Verlässlichkeit der Energielieferanten noch der Nebenkosten, die bei den sogenannten erneuerbaren Energien, wer dieses Wort kreiert hat, dem sollte der Manipulationspreis verliehen werden, oftmals gewaltig hoch sind. Die Verzinsung des Kapitaleinsatzes und die Servicekosten der oftmals sehr sensiblen Steuerungen sind ebenfalls geschönt. Alles in allem. Eher Werbung für die einschlägige Industrie und die Erzeuger der altrnativen Heizmedien.
  • in ergänzung der kritischen stimmen:
    von polz am 26.09.2009 um 19:10
    ein reiner vergleich der brennstoff-preise ist - neben den o.a. kritikpunkten der vorredner - sinnlos, weil zu kurz gegriffen. das wäre so, als würden sie die wirtschaftlichkeit von autos am kraftstoffverbrauch ohne berücksichtigung des einsatzzwecks, des wertverlustes, der wartungskosten, der zuverlässigkeit und garantieleistungen sowie letztendlich der lebensdauer bewerten wollen. ich habe den vergleich zu autos gewählt, weil hier wie da die kraftstoffkosten nur einen bruchteil der gesamtkosten ausmachen. haltbarkeit oder lebensdauer waren überhaupt kein kriterium. allein die set-up-kosten einer wärmepumpe oder einer holzheizung samt schornstein sind so hoch, dass man damit jahrzehntelang mit strom heizen könnte. witzigerweise wurde ja der alte nachtstrom-tarif gerade für wärmepumpen wieder freigegeben, weil sonst die bilanz noch schlechter ausfallen würde... ein weiterer aspekt ist die chance auf energieautonomie. strom scheint mir von allen energieträgern noch jener zu sein, der in zukunft (mittels photovoltaik oder klein-windkraftwerken) die höchsten chancen für alle dazu bietet - und das nicht nur im wohnbereich, sondern auch im bereich der mobilität. in diesem zusammenhang scheint mir die kampagne von renault beachtenswert: http://www.renault-ze.com/at/ . ich frage mich, warum dies erst ende 2012 so sein soll - und wie ihr vergleich unter berücksichtigung aller o.a. aspekte ausfallen würde.
Bild: VKI