Infrarotheizung

Lagerfeuerromantik

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KONSUMENT 11/2014 veröffentlicht: 23.10.2014, aktualisiert: 03.11.2016

Inhalt

Strom ist die bei Weitem teuerste Energieform zum Heizen (19 Cent pro kWh). Zeitgemäße Alternativen für Wohnungen (Gas, Fernwärme, …) kosten die Hälfte oder weniger (siehe dazu unseren aktuellen Online-Heizkostenvergleich für Abonnenten unter Heizkostenvergleich Extra ).

Dennoch lassen sich zahlreiche Firmen nicht davon abhalten, für Stromheizungen zu werben – wobei in letzter Zeit die Infrarot-(IR-)Heizung immer stärker forciert wird. Laut Anbietern liegen deren Heizkosten nicht nur deutlich unter denen für ein herkömmliches Strom-Direktheizgerät, sondern auch unter denen einer Gasetagenheizung. Wie das geht?

Infrarotheizung: erwärmt Körper und Gegenstände

Nun, üblicherweise wird mit einer Heizanlage die Raumluft erwärmt (Konvektionsheizung), während es sich bei Infrarot um eine Strahlungsheizung handelt, die vor allem Körper oder Gegenstände erwärmt, während die Luft eher kühl bleibt. Klar, dass man damit Heizkosten sparen kann. Daher werden Strahlungsheizungen vornehmlich in großen Werkhallen benutzt, um einzelne Arbeitsplätze (in der kalt bleibenden Halle) warmzuhalten.

Bei Zweitwohnsitz sinnvoll

Sinnvoll sind sie auch an Zweitwohnsitzen: Die Wärmewirkung setzt schnell ein, eine Erwärmung aller Räume samt Wänden ist nicht notwendig, da man sich ohnehin nur für ein paar Stunden dort aufhält. Für den ständigen Wohnsitz ist eine Infrarotheizung allerdings nicht zu empfehlen. Richtig gemütlich wird es da nie, außer man liebt die Lagerfeueratmosphäre – vorne heiß und hinten kalt.

Uni Kaiserslautern bewertet IR-Heizungen positiv

Die Infrarot-Fangemeinde bemüht gerne eine Studie der Uni Kaiserslautern: Sie bewerte IR-Heizungen positiv. Auf der Homepage der Uni findet sich allerdings folgender Warnhinweis: „Aus konkretem Anlass müssen wir darauf hinweisen, dass die Forschungsergebnisse (…) von unseriösen Anbietern von Elektroheizungen zu Werbezwecken missbraucht werden.“

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Kommentare

  • zu Ihrem Artikel: Infrarotheizung (Lagerfeuerromantik)
    von Anton Kiechl am 17.11.2014 um 22:52
    Bewertungen über Infrarotheizungen sollte meiner Meinung nach nur jemand schreiben, der selbst eine solche betreibt! Ich bin seit 3 Jahren Besitzer einer derartigen Heizung und war anfangs auch etwas skeptisch, da keiner in meinem Bekanntenkreis eine derartige Heizung betreibt und auch noch nie etwas von Infrarot-Heizungen gehört hat - alle kennen nur die Infrarot-Kabinen! Nun, ich bin voll des Lobes, da ich sowohl von deren Wirkung als auch von den Betriebskosten angenehm überrascht bin. Erwähnen möchte ich hiezu nur folgendes, dass es bestimmt große Unterschiede bei den verschiedenen Produkten gibt. Bei mir kostete ein Heizkörper ca. € 1400.- (für 40 bis 60 Kubikmeter) und hat eine max. Leistungsaufnahme von nur 550 Watt. Daher ist es meiner Meinung und meiner Erfahrung nach auch nicht richtig, dass derartige Heizungen nur zum schnellen Aufheizen von Wochenendhäusern geeignet sind. Diese Heizung kann das ganze Jahr über bzw. die ganze Heizsaison an der Steckdose bleiben, zumal meine "Heizpaneelen" - so werden meine Heizkörper bezeichnet - mehrmals in der Minute "elektronisch" die Raumtemperatur messen und die Leistundsaufnahme automatisch korrigieren. Meine Heizpaneelen halten überdies auch noch die Wände trocken, was ich bei mir im Bad augenscheinlich beobachten konnte - hatte dort vorher immer etwas Probleme mit Schimmelbildung! Ein weiterer Vorteil der Infrarotheizung ist die nahezu gleichmäßige Wärmeverteilung zwischen Fußboden und Decke sowie die geringe Staubbelastung infolge der Strahlungswärme. Mir ist es unverständlich, dass man in der heutigen Zeit immer noch so auf Öl und Gasheizungen versessen ist (Umweltbelastung, unsicherer Brennstoffbezug etc.) Meine Heizung benötigt keine Wartung und für die Installation nur 2 Dübellöcher und eine Steckdose! Seit heuer erzeuge ich mir übrigens voraussichtlich 2/3 meines Stromverbrauches mit meiner Photovoltaikanlage selber und genieße die kuschelige Wärme meiner Wohnung umsomehr!
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