Niedrigenergie- und Passivhäuser

Gut gebaut = viel gespart

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Konsument 12/2009 veröffentlicht: 12.11.2009

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Die Kosten für Heizen und Warmwasseraufbereitung machen bei Einfamilienhäusern bis zu 80 Prozent der gesamten Ausgaben für Energie aus. Ein großer Brocken, der sich beim Bau von Niedrigenergie- oder Passivhäusern fast zur Gänze einsparen lässt.

Zwar können bestehende Ein- oder Mehrfamilienhäuser thermisch saniert und die Energieverluste und -kosten damit gesenkt werden, allerdings ist der Passivhausstandard kaum und der Niedrigenergiehausstandard oft nur mit großem finanziellen Aufwand zu erreichen. Außerdem ist der Standort des Hauses eine wichtige Voraussetzung zum Erreichen dieses Energiesparwunders, und der lässt sich bei einem bestehenden Gebäude nicht verändern. Hat man noch die Möglichkeit, den Baugrund zu wählen, sollte man auf folgende Krite­rien achten:

Südlage. Da die Sonne auch im Winter die Räume über große Glasflächen erwärmen kann und eine thermische Solaranlage ein Muss für diese Haustypen ist, bietet eine nach Süden ausgerichtete Hang­lage optimale ­Voraussetzungen. Die Gefahr einer Überhitzung im Sommer ist gering, da die Sonne dann höher steht und steil auf die Südfenster fällt. Nach Norden hin sollte das Haus möglichst geschlossen sein.

Gelände. Eine exponierte Hanglage ist auch bei Südausrichtung schlecht, denn hier geht viel Wärme durch den Wind verloren. Auch die Lage in einer Mulde ist ungünstig: Hier ist die Sonneneinstrahlung gering und es kann sein, dass die Sonne im Winter überhaupt nicht direkt auf das Haus scheint.

Ausrichtung des Dachfirsts. Eine Ost-West-Ausrichtung ermöglicht einerseits die Montage von Sonnenkollektoren auf der Südseite des Daches, andererseits den Einbau von großen Fensterflächen an der nach Süden gerichteten Hausfront. An West- und Ostseite sollen große Fenster vermieden oder mit entsprechenden Abschattungsvorrichtungen versehen werden, da sie im Sommer zur Überhitzung beitragen können.

Grundriss. Es sollte möglichst kompakt ­gebaut werden, da jedes Außeneck die ­wärmeabgebende Fläche vergrößert und die Bildung von Wärmebrücken begünstigt. Ideal ist es, das Haus in thermische Zonen zu unterteilen: Im wärmeren Südteil sollen sich die Wohnräume befinden, nach Norden hin Räume und Gebäudeteile wie etwa Stiegenhaus oder Abstellraum, die wenig bis gar nicht beheizt werden müssen.

Bauvolumen. Am besten so klein wie möglich bauen – was aber nicht heißt, auf ausreichend Platz und Komfort zu verzichten. Es bedeutet lediglich, dass man nur Räume einplant, die man wirklich braucht. Weil beim Bau das teuerste Geschoß der Keller ist, sollte man überlegen, wie groß er wirklich sein muss und ob z.B. Lagerraum oder Werkstatt anderswo im Haus untergebracht werden können. Eine Frage sparsamen Bauens ist auch, ob das Auto ein eigenes Haus in Form einer Garage braucht oder ob ein Carport (überdachter Abstellplatz) genügt.

Umgebungs-Infrastruktur. Mobilität ist Teil des Gesamtenergiebedarfs eines Haushalts. Daher gehört auch der Standort zum Gesamtkonzept, was bedeutet, es sollten sich wichtige Bereiche der Infrastruktur wie Anbindung an den öffentlichen Verkehr, Geschäfte, Schule oder Kindergarten in geringer Entfernung befinden, damit sie auch ohne Auto erreichbar sind.

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Kommentare

  • Passivhaus ist nicht sparsam!
    von Mufti am 17.03.2010 um 18:52
    In ihrem artikel fehlt die Wirtschaftlichkeitsrechnung! Wenn sie die (meistens über Kredit finanzierten) Mehrkosten für ein Passivhaus mit der Kostenersparnis bei der Energie gegenrechnen werden sie draufkommen, daß sich ein Passivhaus nie amortisiert.
  • Bewertung
    von erdkoenig am 23.11.2009 um 20:43
    Die Handhabung der "Bewertung" durch das Klicken der Sternchen versteht man erst, wenn man es das zweite Mal versucht. Aber dann kann man die abgegebene Stimme nicht mehr ändern. Daher sollten Sie vorerst eine eher niedrige Einstufung nicht so ernst nehmen. Vielleicht kann man eine Online-Hilfe dazu schreiben. Adelheid Schrank, Wien
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