Pelletkessel

Holz im Tank

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Konsument 10/2009 veröffentlicht: 17.09.2009

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Pelletheizungen kamen vor gut 15 Jahren auf. Die junge Technik konnte sich recht schnell etablieren. Doch wie steht es um ihre Effizienz? Wo liegen die Stärken und Schwächen der Pelletkessel?

Holz braucht zunächst einmal 150 Grad Celsius zum Erwärmen und Entfeuchten. Im folgenden Schritt, der Pyrolyse, bei 150 bis 600 °C, erfolgt die chemische Zersetzung, das heißt, die brennbaren Materialien des Holzes werden in gasförmige Verbindungen überführt. Und im letzten, dem eigentlich entscheidenden Schritt werden, bei 800 bis 1.300 °C, die zuvor freigesetzten Gase unter Luftzufuhr verbrannt, dabei entsteht die gewünschte Wärme.

Mehrstufiger Prozess

Wir sehen: Die Verbrennung von Holz geschieht in einem mehrstufigen Prozess – und dementsprechend variabel und störanfällig ist sie auch. Das weiß der Mensch, seit er Feuer macht. Er weiß, dass mit nassem Holz gar nichts geht, da raucht und stinkt es nur, er weiß auch, dass Eichenholz ganz anders brennt und viel mehr Wärme gibt als etwa Tannenholz.

Geregelte Verbrennung

Die Nutzbarmachung des Feuers zählt zu den bedeutendsten Entwicklungsschritten in der Menschheitsgeschichte. In den Pelletheizungen, die sich binnen kürzester Zeit etablierten, kann man die domestizierte Form des urtümlichen Lagerfeuers sehen. Alle Variablen und Störgrößen ausschalten und aus einem mehr oder weniger unwägbaren Brennvorgang einen geregelten und klar vorhersagbaren machen, das ist das Prinzip dieses modernen Heizsystems.

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Kommentare

  • die wirtschaftlichkeitsbetrachtung auf die pellets-kosten zu reduzieren, greift zu kurz
    von polz am 27.09.2009 um 07:54
    zwar werden im test die zahlreichen baulichen maßnahmen für den pellets-lagerraum angeführt, aber monetär bei den anschaffungskosten schlicht nicht bewertet. prallschutzmatten, brandschutztür und der raum selbst sind aber kosten, die entweder mit dem heizsystem in direkter verbindung stehen bzw. anderwertige nutzung ausschließen. die anschaffung wird zwar als teuer ausgewiesen, die laufenden kosten (wartung, rauchfangkehrer) werden aber ebensowenig wie der umstand, dass die pellets nicht aus dem wald in den lagerraum gezaubert werden, sondern eben auf konventionellem weg transportiert werden müssen. ein - recht kleines - 120m²-haus kommt laut ihrem bericht "ein heißes eisen" mit €220.- pelletskosten (ohne laufende kosten) durch, ein mit elektrischer energie betriebenes haus mit €626 - 762 stromkosten. nun sind die laufenden kosten bei elektroheizungen gleich null, da weder ein rauchfang noch irgendwelche wartungsarbeiten erforderlich sind - und die leitungskosten im haus auch bei der steuerung der zentralen rechnereinheit der pelletsanlage zu brechnen wären. fairerweise müssten daher gesamtkosten gegenübergestellt werden. elektrische teilspeicher-platten wie z.b. marmorheizungen kommen bei besagtem 120m²- haus auf ca. €4.500.- bis 5.000.- inkl. steuer, montage und 2. zähler. bei max. €542.- jährlicher differenz (reduziert um die laufenden kosten der pelletsheizung) ist klar, was das für die wirtschaftlichkeitsbetrachtung bedeutet. die optionale solaranlage zur pelletsheizung rentiert sich überhaupt nie. strom ist auch nicht "böse" - er wird nur derzeit auf dümmstmögliche weise erzeugt. das kann sich mittels photovoltaik und kleinwindkraftwerken für efh-besitzer aber bald ändern - die dann evtl. ihre tankstelle für e-autos (dort ist strom die zukunft, also nicht böse) im haus haben...
Bild: VKI