Stromliberalisierung

Was ein Wechsel bringt

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Konsument 10/2001 veröffentlicht: 01.10.2001

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Soll man seinen Stromlieferanten wechseln? Die intransparente Stromtarifgestaltung und bürokratische Schikanen verunsichern die Konsumenten. Sicher ist: Die Einsparungsmöglichkeiten sind gering.

Wir bedauern sehr, dass Sie sich entschlossen haben, Ihren Stromlieferanten zu wechseln. Leider wird das für Sie mit einem finanziellen Nachteil verbunden sein.“ (Antwortschreiben eines Gebietsversorgers an einen umstiegswilligen Kunden.) Die alteingesessenen Monopolbetriebe sind nicht zimperlich, wenn ihnen ein Privatkunde abhanden kommt. Manche versuchen, den Ausstiegswilligen mit kaum verhüllten Drohungen und falschen Behauptungen zur Umkehr zu drängen. Nur Großkunden haben’s besser: Sie werden mit Rabatten von 30 Prozent und mehr zum Bleiben bewogen.

Für Konsumenten

Was die mit 1. Oktober startende Liberalisierung den Konsumenten bringt, ist höchst ungewiss. Nicht einmal das eine weiß man nämlich mit Gewissheit: ob man sich durch einen Wechsel überhaupt etwas erspart.
Zwar gibt es plakative Angebote von alternativen Stromlieferanten – 47 bis 48 Groschen je Kilowattstunde –, doch gilt dies nur für den so genannten Energiepreis. Eine Vergleichszahl dazu werden Sie auf Ihrer bisherigen Stromrechnung vergeblich suchen. Die Gebietsversorger agieren sehr erfinderisch, um den einzigen vergleichbaren Tarifbestandteil möglichst zu verstecken. In der Regel wird der Netzpreis (pro Jahr) ausgewiesen, den Energiepreis (pro kWh) müssen Sie sich selbst ausrechnen. Es wäre natürlich überhaupt kein Problem, diesen Wert auf jeder Jahresabrechnung aufscheinen zu lassen, doch Transparenz wird in der Strombranche klein geschrieben.

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