Stromrechnungen

Die Mehrheit hat resigniert

Seite 1 von 3

Nächsten Inhalt anzeigen
Konsument 7/2010 veröffentlicht: 16.06.2010

Inhalt

Eine Onlineumfrage gibt jenen Konsumenten recht, die bei  Betrachtung ihrer Stromrechnung nur Bahnhof verstehen …

Haben Sie schon einmal Ihre Stromrech­nung resignierend zu den Akten gelegt, nachdem Sie vergeblich versucht hatten, dieses Konvolut an verwirrenden Zahlen und bürokratischen Begriffen zu durch­schauen? Dann mag Ihnen dies zum Trost gereichen: Sie gehören zur Mehrheit!

In einer Onlineumfrage hat der VKI (Verein für Konsumenteninformation) im Auftrag der Bundeswettbewerbsbehörde den Be­suchern seiner Homepage Fragen zur  Verständlichkeit von Stromrechnungen ge­stellt. Bis Anfang Mai hatten 213 Personen geantwortet.

  • FRAGE: Finden Sie Ihre Stromrechnung gründsätzlich verständlich?

 Bild: VKI

Das Ergebnis: Eine deutliche Mehrheit – nahezu 60 Prozent – findet ihre Rechnungen „grundsätzlich unverständ­lich“. Und das, obwohl sich ein fast ebenso hoher Prozentsatz (58 %) „eingehend mit der Abrechnung beschäftigt“.

Mangelnde Tranparenz

Das bedeutet, dass ein Großteil der Bevöl­kerung nicht in der Lage ist, die Kostenbe­lastung zu überprüfen und gegebenenfalls zu beeinspruchen. Und das in einem Be­reich, der zu den größten Ausgabenposten eines privaten Haushalts zählt. Viele Ein­sparungsmöglichkeiten bleiben auf diese Weise ungenutzt.

35 Prozent der Umfrageteilnehmer können auf ihrer Abrechnung nicht erkennen, ob ihr Stromverbrauch im Vergleich zum Vor­jahr gestiegen oder gesunken ist. 44 Pro­zent ist die Zusammensetzung ihres Stroms nicht bekannt – obwohl die Stromzusam­mensetzung verpflichtend auf der Rech­nung aufscheinen muss.

Das könnte auch darauf hindeuten, dass viele Konsumenten die Angaben ihres Stromlieferanten oder Netzbetreibers zwar kennen, aber nicht für glaubwürdig halten, weil vielfach versucht wird, den Atomstromanteil durch diverse Tricks zu verbergen.

Bewertung

Wertung: 5 von 5 Sternen
1 Stimme
Weiterlesen

Kommentare

  • Kommentar von HUMMEL
    von REDAKTION am 01.07.2010 um 10:55
    Eine Befragung, die sich an unsere Online-Leserinnen und Leser richtet, kann gar nicht repräsentativ sein, das haben wir auch nie zu vermitteln versucht. Wir haben hier einfach die Meinung unserer LeserInnen wiedergegeben. Wir wollen ganz bewusst Sprachrohr unserer LeserInnen sein und finden das ganz und gar nicht peinlich. Ihr Konsument-Team
  • Die Mehrheit hat resigniert
    von HUMMEL am 30.06.2010 um 22:38
    Ich halte es für verwegen, wenn man Onlineumfragen mit 213 (!) Teilnehmern als repräsentativ (Wie viele Haushalte mit eigener Stromrechnung gibt es eigentlich in Österreich?) zu verkaufen versucht. Mit der Veröffentlichung dieser Umfrage samt ihren teilweise peinlichen Schlussfolgerungen tut man dem "Konsument" nichts Gutes. Schade
  • Auskunft über Strompreise
    von karlrupert am 27.06.2010 um 11:17
    Ich habe sogar den Eindruck, dass zumindest die Linz AG (von da bezog ich früher) wie auch der Verbund (von da beziehe ich jetzt)ihre Call Center angewiesen haben, den Energiepreis möglichst nicht anzugeben. Ich habe mir schon vor Jahren ein Energiepreismessgerät gekauft. Und weil auch ich mir schwer tat, aus den Abrechnungen den wahren Energiepreis zu eruieren, kontaktierte ich dann das jeweilige EVU, um ihn zu erfragen und dann in das Messgerät einzugeben. Es war jedesmal das Gleiche - erst nach einiger Verhandlung und nach dem Hinweis, dass ich einen Preis für die Eingabe in ein Messgerät benötigte, wurde mir einer genannt.Ich war mir nicht immer sicher, ob er auch stimmte.
Bild: VKI