Digital-TV (DVB-T): Settop-Boxen im Test

Alles im Kasten?

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Konsument 2/2007 veröffentlicht: 28.11.2006

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  • Zusatzgeräte für digitales Antennenfernsehen im Vergleich
  • Teurer Schnickschnack oder Funktionalität
  • Grobe Mängel in der Handhabung

1,5 Millionen Betroffene 

Manches will man. Manches braucht man. Manches muss man ... Die Anzahl derer, die eine Settop-Box zum digitalen Empfang von ORF und ATV wirklich wollen, ist unbekannt – die Zahl jener, die sie über kurz oder lang brauchen und deshalb eine anschaffen müssen, liegt hingegen vor: rund 1,5 Millionen oder 40 Prozent aller TV-Haushalte.

Anders gesagt: Betroffen sind alle, die auch nach der Komplettumstellung noch mit Haus- oder Zimmerantenne die heimischen Programme empfangen wollen. Für sie ist dieser erste Hardwaretest von 20 Settop-Boxen relevant. Kabel-TV-Teilnehmer und solche mit digitalem Satellitenempfang sind hingegen nicht betroffen und dürfen sich beruhigt erfreulicheren Themen zuwenden.

Wiederholt hingewiesen

Denn das unsere   ist nicht unbedingt ein solches: Obwohl „Konsument“ schon ab 2005 wiederholt auf die Problematik der Umstellung auf DVB-T (Digital Video Broadcasting – Terrestrial) hinwies, wurde dies damals – wenngleich wohl aus unterschiedlichen Motiven – von Medien, Konsumenten, Politik, Geräteherstellern und Senderbetreibern weitgehend ignoriert.

Details und Testurteile finden Sie in unserer [ Testtabelle "Settop-Boxen" ] (beachten Sie, dass es eine Überblicks- und eine Detailtabelle gibt >> Klick auf "Produkte vergleichen" am unteren Tabellenrand). Die Bildergalerie gibt Ihnen Kurzinfos. Sie geben schwerpunktmäßig wieder, was unseren Testern besonders ins Auge fiel. Sie erhebt keinen Anspruch auf vollständige Beschreibung der einzelnen Geräte. Einen launigen Kommentar" finden Sie unter [ Settop-Boxen installieren  ].

Die Aufregung ist groß

 

Jetzt hingegen ist die Aufregung groß, ist die Zeit bis zur Abschaltung des „normalen“ analogen Empfangs doch nur noch knapp bemessen: Nach dem Start von DVB-T im Oktober 2006 wird zwischen März und Juni 2007 in allen Landeshauptstädten die analoge Ausstrahlung beginnend von Westen nach Osten abgeschaltet. Der Rest des Landes folgt schrittweise.

Ab dann gibt’s keinen ORF- und ATV-Empfang über Antenne mehr, wenn keine Settop-Box gekauft und installiert wurde. Ausnahme: Wer ein TV-Gerät mit eingebautem DVB-T Tuner besitzt, kann natürlich weiter fernsehen. Allerdings hat es solche Geräte bis vor kurzem so gut wie nicht auf dem Markt gegeben.

Lang beschlossen, schnell geschossen

Das wird von nicht wenigen als „überfallsartig“ empfunden, zumal sich die Hersteller der Settop-Boxen und die Betreibergesellschaft des DVB-T, die ORS (eine ORF-Tochter), bis knapp vor Start des digitalen Sendebetriebs in Sachen Hardware nicht in die Karten schauen ließen. Es waren einfach keine Geräte auf dem Markt, die wir hätten testen können. Jetzt sind sie es, wenngleich mit großen Schwankungen, was die reale Verfügbarkeit der Kastln betrifft: Manchmal gibt es sie in manchen Geschäften, manchmal wiederum nicht.

Die Frage, ob es sich dabei „nur“ um ein „Versagen des Marktes“ oder um eine Verknappungsstrategie handelt, muss zumindest bis Frühjahr 2007 unbeantwortet bleiben. Dann wird man sie aufgrund der Preisentwicklung „knapp vor Sendeschluss“ beantworten können.

Jeder bezahlt

Und zwar – derzeit – zwischen 50 und 160 Euro pro TV-Gerät, Video- oder DVD-Recorder im Haushalt  - sofern diese noch nicht über einen integrierten DVB-T-Tuner verfügen, aber weiterhin (parallel) genutzt werden sollen. Auch jene GIS-Kunden, die wegen ihrer misslichen Einkommenssituation gebührenbefreit sind. Denn es gibt zwar einen 40-Euro-Gutschein für „Schnellentschlossene“ wie auch für Gebührenbefreite, dieser gilt aber nur für Settop-Boxen, die deutlich teurer als dieser Betrag sind. Unterm Strich bleibt somit in jedem Fall eine finanzielle Belastung.

Dieser Test entstand in Kooperation mit der Österreichischen Rundfunksender GmbH & CoKG - ORS

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