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MP3-Player im Test - Das Ende der Mini-Sticks

  • Trend in Richtung Multimedia-Player
  • Groß, größer, am größten
  • Der Kopfhörer macht den Ton

Neuer Trend

Der schlichte, einem USB-Stick ähnliche MP3-Player mit Mini-Monochromdisplay und einer Standardbatterie als Stromspender hat weitgehend ausgespielt. Heute sind die Akkus integriert und können nur in der Fachwerkstatt ausgetauscht werden. Davon abgesehen geht der Trend bei den Music-Playern nicht nur in Richtung eines "stylishen" Äußeren, sondern eindeutig zu den Multimediaanwendungen.

Den meisten Handys überlegen

Besonders das Abspeichern von Fotos und Videoclips wird immer beliebter. Zumindest jene Geräte, die den Namen Multimedia-Player tatsächlich verdienen, sind den meisten Handys hinsichtlich der Bildqualität und des vorhandenen Speicherplatzes deutlich überlegen. Gemeint sind konkret jene Player, deren Display-Auflösung wenigstens bei 480x320 Pixel liegt (Apple iPod Touch), oder noch besser bei 800x480 Pixel. Abseits der objektiven Testergebnisse ist dies natürlich auch eine Frage der persönlichen Erwartungen und Ansprüche, die man an ein solches Gerät stellt.

Groß und schwer

Tatsache ist, dass mit dem Speicherplatz und der Displaygröße das Gewicht und die Größe der Player zunehmen. Mit Abmessungen von im Extremfall bis zu 13x18 cm und mehr als 600 Gramm Transportgewicht (Archos 705) verschwinden sie nicht mehr in jeder Hosentasche. Und auch etliche der reinen Music-Player sind "gewachsen", weil die Hersteller genügend Flash-Speicher, den Akku, größere, übersichtlichere Displays und noch einigermaßen bedienbare Tasten unterbringen müssen.

Festplatte oder Flash-Speicher

Der Apple iPod Touch 32 und Creative Zen bieten mit 32 Gigabyte das größte integrierte Speicher­volumen im Test. Bei den anderen Geräten mit 30 und mehr Gigabyte handelt es sich um Lösungen mit eingebauten Festplatten (die es ja auch bei den großen iPods von Apple gibt, siehe dazu: " MP3-Player 1/2008 "). Diese Geräte sind echte Massenspeicher, auf denen man ganze Musik- und Fotosammlungen unterbringt. Doch Vorsicht: Festplatten sind, im Gegensatz zu Flash-Speichermodulen oder -karten, mit beweglichen Teilen ausgestattet und daher stoßempfindlich. Das Anlegen von Sicherungskopien der Dateien, z.B. auf einer (externen) Computerfestplatte, ist dringend anzuraten.

Diverse Hindernisse

Der Austausch von Musik- oder Videodateien zwischen Player und Computer ist freilich nicht immer ganz einfach. Der Grund dafür kann sowohl das Dateiformat als auch das Gerät selbst sein. Im Optimalfall wird der Player beim Verbinden mit dem Computer (per USB-Kabel) von diesem als externes Laufwerk (auch: MSD = Mass Storage Device) erkannt, so wie es bei USB-Sticks oder externen Festplatten die Regel ist. Dann steht dem Überspielen von gängigen Dateiformaten wie MP3, WMA (oder anderen Dateien) nichts mehr im Wege. Umständlicher wird es, wenn man zunächst eine vom Hersteller mitgelieferte Software auf dem Computer installieren muss. Erst wenn man dies erfolgreich abgeschlossen hat, funktioniert die Kommunikation mit dem Player.

Formate umwandeln

Das bereits genannte WMA-Format, eine Entwicklung von Microsoft, wird lediglich von den iPods nicht "verstanden". Andererseits gibt es nur sehr wenige Konkurrenzprodukte, die das von Apple eingesetzte MPEG4-Format abspielen können. Apple kocht hier sein eigenes Süppchen. Zwar nicht dicht gestreut, aber doch, findet man auch Player, die für OGG Vorbis geeignet sind. Dies ist ein "unabhängiges" Dateiformat, das gerne von der alternativen Musikszene verwendet wird, weil es lizenzfrei ist.

Mitunter ist es notwendig, Dateien vor dem Überspielen auf den Player in ein anderes Format umzuwandeln. Dies betrifft Videos noch weitaus öfter als die Musik, weil es dort eine Vielzahl von Formaten gibt, die Player sich aber auf wenige davon beschränken. Im Internet findet man diverse Konvertierungsprogramme, zum Teil sogar kostenlos oder als kostengünstige Shareware. Mühsam und zeitaufwendig ist die ganze Sache trotzdem.

Der gute Ton

Ein ganz wichtiges Kriterium bei einem Music-Player ist natürlich der Klang. Und gerade der lässt oft zu wünschen übrig. Die Schuld daran tragen allerdings nicht die Geräte selbst, sondern die mitgelieferten Kopfhörer. Steckt ein hochwertiges Modell dran, dann liefert jeder der getesteten Player einen zufriedenstellenden Klang.

Wer sich zum Nachkauf von Kopfhörern entschließt, für den könnte übrigens ein sogenanntes In-Ohr-Modell von Interesse sein. Das ist eine spezielle Weiterentwicklung der "Knopf-im-Ohr"-Modelle, die eine sehr geschlossene Klangcharakteristik aufweist. Dadurch dringen sehr wenige Geräusche nach außen, umgekehrt ist man stark von der Außenwelt abgeschottet. Im Straßenverkehr ist daher Vorsicht geboten. Zugleich sollte man es mit der Lautstärke nicht übertreiben, sonst sind Gehörschäden vorprogrammiert.

MP3-Player: Kompetent mit "Konsument"

  • Gezielt kaufen.  Musik im MP3-Format abspielen kann jedes Gerät. Darüber hinaus ist die wichtigste Frage neben dem Preis jene nach dem Verwendungszweck. Festplattengeräte eignen sich keinesfalls für den sportlichen Einsatz.
  • Kopfhörer austauschen.  Wer auf gute Tonqualität Wert legt, kommt um den Kauf höherwertiger Kopfhörer meist nicht herum. Die mitgelieferten Modelle sind eher durchschnittlich.
  • Auf Betriebsdauer achten.  Je nach Einsatzgebiet erreicht die Betriebsdauer pro Akkuladung bis zu 45 Stunden. Die Daten in der Tabelle beziehen sich allerdings auf das Musikhören ohne Displaybeleuchtung. Bei Wiedergabe eines Videos ist die Betriebsdauer wesentlich geringer.

Test MP3-Player: Testkriterien

Im Rahmen einer internationalen Kooperation wurden MP3-Player unterschiedlicher Größe getestet.

Tonqualität. Fünf professionelle Prüfer bewerteten den Klang von MP3-Dateien aus Rock, Pop, Klassik mit unterschiedlichen Datenraten (bis 320 kbit/s) über die mitgelieferten und über hochwertige Kopfhörer.

Bildqualität. Die Darstellung von Foto- und Videodateien am Player wurde bewertet.

Handhabung. Fünf erfahrene Computeranwender prüften die Bedienungsanleitung u.a. auf Verständlichkeit, Vollständigkeit und Hilfestellung bei Störung. Bewertet wurde auch die Inbetriebnahme des Players, erstmaliges Laden des Akkus, Verbinden mit dem PC, Datenübertragung (100 MB) auf den Player und zurück auf den Computer, Bedienung und Navigation am Player, Lesbarkeit des Displays und die Anlaufverzögerung ("Zeit bis Wiedergabe").

Tragbarkeit. Trageverhalten unter Berücksichtigung von Gewicht und Volumen.

Verarbeitung. Beurteilt wurden scharfe Kanten und Ecken und die Wisch- und Kratzfestigkeit sowie die mechanische Haltbarkeit (Falltest).

Vielseitigkeit. Vielfalt der unterstützten Musik-, Foto- und Videoformate, Anschlussmöglichkeiten, Stromversorgung, mitgelieferte Software, musikbezogene Funktionen und Zusatzfunktionen (Spiele, Uhr etc.).

Stromversorgung. Nach drei Lade- und Entladezyklen wurde mit voll geladenem Akku die Betriebsdauer ermittelt, bis Störungen auftraten; dabei wurden verschiedene MP3-Dateien mit einem Schalldruckpegel von 75 db(A) abgespielt, die Displaybeleuchtung war nach Möglichkeit abgeschaltet. Es wurde auch die Ladezeit ermittelt und bewertet.

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