Cent-Auktionen

Viel investieren, um zu sparen

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KONSUMENT 5/2015 veröffentlicht: 23.04.2015

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"Vorsicht Falle": Die Gewinner von Cent-Auktionen stehen im Vorhinein fest, nämlich die Anbieter.

Wer würde nicht gerne ein Top-Smartphone für nur 19 Euro ersteigern? Möglich machen dies Online-Anbieter sogenannter Cent-Auktionen wie MadBid, JustCents, Bidson, Snipster usw. Allerdings sind die 19 Euro Endpreis nicht alles. Um an einer Auktion teilnehmen zu können, muss man Gebotspakete erwerben.

Wie funktionieren Cent-Auktionen?

Für 10 Euro erhält man z.B. bei Snipster 20 Gebote, für 50 Euro 100 usw. Ein Gebot kostet somit 50 Cent. Im Zuge der Auktion erhöht jedes Gebot den Preis des Produktes um einen Cent und verlängert die Laufzeit der Auktion um 15 Sekunden. Während dieser Zeit kann jeder Teilnehmer ein weiteres Gebot abgeben. Dadurch wird nun er zum Höchstbietenden, der Preis steigt um einen Cent und die Laufzeit verlängert sich neuerlich. Bietet schließlich keiner mehr, dann erhält der Höchstbietende den Zuschlag und bezahlt tatsächlich 19 Euro – plus die von ihm abgegebenen Gebote à 50 Cent.

Anbieter bekommt nicht nur Verkaufspreis

Ein Verkaufspreis von 19 Euro bedeutet, dass von allen Beteiligten insgesamt 1.900-mal 50 Cent gesetzt wurden, was dem Anbieter 950 Euro einbringt. Mit 950 plus 19 Euro ist das Gerät jedenfalls ausfinanziert und der Höchstbietende hat es immer noch zu einem niedrigeren Preis als im Handel erstanden und ist soweit zufrieden.

Cleveres Geschäftsmodell für Auktionsanbieter

Nur die Mitbieter schauen durch die Finger, sie haben ihre Gebotspakete vergeblich eingesetzt. Objekte der Begierde und ein nicht unwesentlicher Bestandteil des Geschäftsmodells sind daher Auktionen auf Gebotspakete selbst. Man investiert Geld in der Hoffnung, dass man als Auktionsgewinner hervorgeht und damit letztlich Geld spart. Viel wahrscheinlicher ist freilich, dass man dieses in den Wind schreiben kann. Was auffällig ist: Es gibt Mitbieter, die häufig und bei verschiedenen Auktionen aufscheinen. Es ist nicht ganz klar, was dahintersteckt. Es könnte sich um „professionelle“ Bieter oder um Roboter handeln, die den Preis in die Höhe treiben.

Automatische Bietfunktion möglich

Da die wenigsten Teilnehmer stunden- oder tagelang vor dem Computer sitzen möchten, nutzen sie die automatische Bietfunktion. Da müssen sie dann wenigstens nicht live mitverfolgen, wie die eigenen Gebotspakete rapide dahinschwinden.

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