Computerhersteller im Ethik-Test

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Konsument 4/2007 veröffentlicht: 21.03.2007

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  • Acht Hersteller von PCs und Notebooks im Vergleich
  • Arbeiterinterviews in China, Thailand und auf den Philippinen
  • Schwere Mängel in der Praxis gibt es überall

Ethik in der Computerindustrie?

In der Bekleidungsindustrie wird Ethik kleingeschrieben, das weiß man. Auch bei der Erzeugung von tropischen Nahrungsmitteln wie Kaffee oder Bananen darf nicht alles auf die goldene Waagschale gelegt werden. In diesen Bereichen mag die Ausbeutung von Arbeitskräften in der Dritten Welt oder die Verseuchung der Umwelt an der Tagesordnung sein. Dagegen verbindet man mit der Computerindustrie, ebenso wie mit der gesamten IT-Branche (Information und Telekommunikation), keine solch negativen Aspekte.

Da denkt man eher an hoch qualifizierte Techniker, die in staubfreien Räumen ihrer Forschungsarbeit nachgehen. Was viele nicht wissen: Auch diese Branche profitiert von Produktionsstätten, die hochgiftige Substanzen freisetzen und in denen rechtlose Arbeiter 12 Stunden am Tag, über Monate hinweg ohne einen einzigen freien Tag, schuften müssen.

Drei Viertel ausgelagert

Und das ist alles andere als ein Einzelfall. Die großen Computerhersteller – zu den führenden auf dem Weltmarkt zählen Dell, Hewlett Packard (HP) oder Acer – haben längst einen Großteil der Produktion ausgelagert. An Firmen in China, Thailand oder Mexiko, die entweder Teile oder komplette Computer produzieren; der „Hersteller“ steuert nur die Marke bei. Im Schnitt werden 75 Prozent der Produktion in unternehmensfremden Werken erstellt, die Markenkonzerne konzentrieren sich auf die Kernkompetenzen, die da sind: Forschung und Entwicklung sowie Marketing und Markenpflege.

Zahllose Zulieferer

Die Globalisierung ist in der IT-Branche weit fortgeschritten. Tausende Einzelteile stecken in einem Computer, viele davon sind standardisiert und werden von unterschiedlichen Anbietern verwendet. Die Großkonzerne beziehen ihre Vorprodukte von zahllosen Zulieferern, die sie kaum kennen. Was bedeutet, dass sie auch keine Kontrolle über sie haben, nicht informiert sind über die Verletzung von sozialen Mindeststandards, Menschenrechten oder Umweltschutzbestimmungen.

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Bild: VKI