Druckertinten von Drittanbietern

Gehen Sie fremd!

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Konsument 8/2010 veröffentlicht: 26.07.2010

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  • Ersparnis durch Dritthersteller-Produkte erheblich
  • Qualität der Originale wird jedoch kaum erreicht

Immerhin: 40 bis 90 Prozent vermag zu sparen, wer beim schwarzen Textausdruck statt auf die Originaltinte des Herstellers auf den feinen Sprühnebel aus Drucker­patronen von Drittanbietern zurückgreift; 40 bis 70 Prozent sind es beim Ausdruck ­eines Farbfotos im Format A4.

Das zeigt unser aktueller Test, in dessen Rahmen wir stellvertretend und übertragbar auf zahlreiche weitere Drucker drei ­Geräte von Canon (Pixma iP2600), Epson (Stylus S21) und HP (Photosmart D7260) als Vergleichsbasis für die Qualität der Ausdrucke mit Originaltinte bzw. mit Produkten von Drittherstellern ins Feld schickten: Pearl/iColor, Armor, KMP, Peach, Jet Tec, Pelikan, Ink Swiss, Data Becker, Digital ­Revolution und – erstmals mit dabei – die österreichische Marke Emstar, die übrigens als einzige im Feld mit dem Österrei­chischen Umweltzeichen ausgezeichnet ist (www.umweltzeichen.at).

Dabei waren nicht für jeden Drucker auch Produkte von allen Drittanbietern verfügbar, dennoch zeigt deren Auflistung, dass nicht wenige Firmen um die Gunst des sparwilligen Heim- und Business-Ausdruckers buhlen. Kein Wunder, beträgt das Marktvolumen in Österreich laut Aussage von Emstar-Hersteller Embatex AG doch stattliche 72 Millionen Euro jährlich. Dies trotz Wirtschaftskrise, welche – nach Auskunft von Embatex-Chef Christian Wernhart – den Markt im vergangenen Jahr um 45 Prozent einbrechen ließ.

"Schon wieder leer!"

Und noch etwas meint der Vorstand des im Kärntner Feldkirchen angesiedelten Unternehmens zu wissen, was Konsumenten hellhörig machen sollte: "Die Druckkosten haben sich beim Tintenstrahldruck in den letzten drei bis vier Jahren verdreifacht. Zwar ist der Preis von Tintenpatronen ­gesunken, gleichzeitig beträgt aber die Schreibleistung pro Patrone nur noch ein Fünftel oder ein Sechstel, weil teilweise Hohlräume in die Patronen eingebauten werden." Das heißt: Die Patronen sehen ­also zwar aus wie immer, hätten mittler­weile aber häufig weniger Inhalt.

Patronenpreise nicht vergleichbar

Mogelpackungen pur? Nun, der Konsument wird sich schwertun, dies festzu­stellen. Denn wer wüsste schon auf Anhieb die Frage zu beantworten, wie viel Inhalt die Patronen seines Druckers ­haben? Wer es vor dem Kauf feststellen möchte, sollte sich mit einer Lupe bewaffnen. Denn diese Angaben – sie erfolgen meist in Milliliter (ml) – finden sich allenfalls im Kleinst­gedruckten auf der Packung. Da machen auch die Drittanbieter von Druckertinte kaum eine Ausnahme. Weiters kann es durchaus sein, dass beispielsweise die ­Yellow-Patrone (Gelb) weniger Tinte enthält als etwa jene desselben Herstellers mit der Farbe Cyan, obwohl Ver­packung und Patronen identisch oder einander zumindest zum Verwechseln ähnlich sind.

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Kommentare

  • Nicht besser - sondern anders
    von Dunkelsteinerwald am 25.08.2010 um 11:17
    Da Tinte ja kein kompliziertes High-Tech-Produkt ist, sind die verschiedenen Tinten nicht besser oder schlechter (abgesehen vielleicht von minderwertigen Produkten - ob es die auch gibt, weiß ich nicht.) Der Eindruck, ob Patronen / Tinten besser oder schlechter zu sein scheinen dürften damit zusammenhängen. Die Tinten verschiedener Anbieter haben geringfügig unterschiedliche Farben. Die Drucker sind natürlich auf die Farbzusammensetzung der eigenen Original-Patronen programmiert. In der Regel kann man die Farbmischung eines Druckers einfach im Menu einstellen. Insoferne wird es am sinnvollsten sein, die Farbmischung auf die Alternativlösung der eigenen Wahl einzustellen - und dann bei dieser Lösung zu bleiben. Dann hat man wieder dauerhaft "optimale Druckergebnisse".
  • Patronen selbst neu befüllen
    von Dunkelsteinerwald am 06.08.2010 um 16:42
    Ich erlaube mir die absolut preisgünstigste Variante für Tintendrucker zu ergänzen : die geleerten Patronen selbst neu befüllen. Dafür braucht man lediglich die Tinten (die es in Vorratsfläschen zu kaufen gibt) und pro Farbe eine Injektionsnadel. Man muss lediglich ein kleines Loch zur Vorratskammer bohren/stechen, Tinte einfüllen und dann das Loch wieder verschließen (zB. mit einem Stückchen Powertape). Die Patronen der einzelnen Hersteller sind unterschiedlich gut geeignet - da diese sich bemühen, die Wiederbefüllung zu verhindern. Nach meiner Erfahrungen eignen sich die Patronen von Dritt-Herstellern dafür besser (da diese manchmal nicht so komplexe Sicherheitsbauweisen verwenden, die Nachfüllen ausschließen sollen). Es ist auch ratsam, sich einen Drucker von den Herstellern zu besorgen, deren Patronen man nachfüllen kann. Das Druckergebnis ist absolut zufriedenstellend ! Es ist grotesk, für das bisschen Tinte in einer neuen Patrone jedesmal die wesentlich größere Menge Patronenmaterial der alten Patrone wegzuwerfen. Ganz besonders zB. unökologisch ist das zB. bei HP - da dort der Druckkopf mit Kupfer (!) in die Patrone integriert ist und deswegen auch weggeworfen werden müsste.
  • iColor für Canon
    von Simon2003 am 29.07.2010 um 16:50
    Nach Ablauf der Garantiezeit unseres Canon MP 510 haben wir als "Vieldrucker" nach günstigen und qualitativ ansprechenden Nachbaupatronen gesucht. Nach einigen "Experimenten" sind wir schließlich bei den iColor-Patronen von Pearl gelandet und nach mittlerweile beinahe 2 Jahren(!) und zahlreichen Patronensets nach wie vor ausgesprochen zufrieden! Es gab bis dato keinerlei Probleme im Zusammenspiel Drucker / Nachbaupatrone und die Qualität der Ausdrucke ist absolut zurfiedenstellend. Zum Preis: anders als beim hier getesten Drucker kostet ein gesamtes Set(jeweils 1 x bk/c/y/m!)) mit Adapterschiene samt Chip für unseren MP 510 lediglich € 10,96!!! Eine einzelne Canon - Originalpatrone würde somit bereits mehr als das gesamte iColor-Set kosten. Danke ein interessanter Test, der in unserem Fall die persönlichen Erfahrungen im wesentlichen bestätigt hat.
Bild: VKI