Editoral: Handys für Senioren

Benutzerfreundlichkeit gefragt

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Konsument 7/2005 veröffentlicht: 17.06.2005

Inhalt

Handys können viel, manchmal zu viel. Ein Kommentar von "Konsument"-Chefredakteur Gerhard Früholz.

Kennen Sie sich mit Ihrem Handy aus?

"Da produziert eine ganze Industrie an den Bedürf- nissen der Konsumenten vorbei. Neue Modelle versprechen Lö- sungen für Probleme, die die Menschen gar nicht haben."

Chefredakteur Gerhard Früholz

Ganz schnell eine Nummer in das Telefonbuch Ihres Handys eintragen – kein Problem? Die Rufumleitung aktivieren oder die Mailbox konfigurieren – ohne Blick in die Bedienungsanleitung?  Wenn doch, dann sind Sie nicht allein. Wer gelegentlich das Gefühl hat, sein Mobiltelefon nicht wirklich zu „beherrschen“, muss nicht einmal Technikmuffel sein. Selbst Profis haben damit mitunter ihre liebe Not. Kein Wunder, die Dinger können immer mehr. Doch die Vielfalt der Funktionen geht auf Kosten der Benutzerfreundlichkeit.

Ich möchte doch „nur“ telefonieren …

Hört man sich bei Handynutzern um, gewinnt man den Eindruck: Da produziert eine ganze Industrie an den Bedürfnissen der Konsumenten vorbei. Neue Modelle versprechen Lösungen für Probleme, die die Menschen gar nicht haben. Und „neu“ heißt in aller Regel: noch eine Funktion mehr. Aber was von dem vielen Schnickschnack  brauchen Sie wirklich?

Eine Frage, die sich zunehmend auch älteren Menschen stellt, die ihre ursprüngliche „Handyscheu“ ablegen. Ein ganz simples Handy, einfach nur zum Telefonieren? Gar nicht leicht zu finden, denn die Auswahl ist rar. Aber es gibt sie, wie wir in unserer Titelgeschichte berichten. Es ist diesmal ein Handytest der anderen Art: Nicht die Technik steht im Vordergrund, sondern die Benutzerfreundlichkeit. Und als Jury diente eine Gruppe von Senioren, die mit neun Modellen verschiedene Aufgaben zu lösen hatte.

Handys für Senioren? Haben wir nicht …

Üblicherweise wählen wir aus, welche Produkte getestet werden. Diesmal wichen wir von dieser Regel ab. Wir luden Hersteller und Provider ein, selbst Modelle namhaft zu machen, die für Senioren besonders geeignet wären. Unser Ansinnen brachte die Branche sichtlich in Verlegenheit. Wenn vermeintlicher Technikfortschritt auf jugendlicher Zeitgeistwelle daherkommt, wird das Attribut „Seniorenhandy“ eben rasch zum unerwünschten Brandmal.

Das Resultat können Sie ab Seite 6 nachlesen und es ist anzunehmen, dass sich nicht nur Senioren für die Ergebnisse interessieren. Wer möchte nicht ein ganz einfaches Handy?

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