Freisprechanlagen

Keine halben Sachen

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Konsument 6/1999 veröffentlicht: 01.06.1999

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  • Viele Billiganlagen sind unpraktisch und haben schlechte Verständigungsqualität
  • Wirklich brauchbare Lösungen bekommen Sie kaum unter 2500 Schilling
  • Für den Einbau kommen dann noch 2000 bis 3000 Schilling dazu


Per 1. Juli 1999 ist die große Freiheit vorbei: Wer dann noch sein Handy während der Autofahrt benützen will, braucht eine Freisprechanlage. „Aus Sicherheitsgründen“, wie der Gesetzgeber sagt. „Aus Gründen der Geschäftemacherei“, wie manche Kritiker meinen. Recht haben möglicherweise beide. Denn wie eine Reihe von Untersuchungen zeigt, müßte eigentlich tatsächlich jedes Handy mit dem Aufdruck „Warnung des Verkehrsministers: Die Benutzung dieses Gerätes während der Autofahrt kann Ihre Gesundheit gefährden!“ ausgeliefert werden, da die Konzentrationsfähigkeit drastisch nachläßt, wenn gleichzeitig gefahren und telefoniert wird. Das bestreiten auch die Kritiker der neuen Regelung nicht wirklich.
Nur: Freisprechanlagen seien hier keine Abhilfe, meinen sie, da die Ablenkung primär vom Gespräch an sich und nicht von der Manipulation mit dem Handy käme. Konsequenterweise solle man alles belassen, wie es bislang war, oder das Telefonieren im Auto während des Fahrens überhaupt verbieten. Wie auch immer, fest steht: Freisprechanlagen sind im Vergleich zum Handy ein teurer Spaß. Und wir Konsumenten sind mit dem Phänomen konfrontiert, daß Zubehör teurer sein kann als das Hauptgerät. Denn während man sein Mobiltelefon heute (mit Provider-Vertrag) schon zum Nulltarif oder für einige Hunderter erstehen kann, legt man selbst für die billigste Freisprechlösung zwischen 500 und 900 Schilling ab, die marktübliche Obergrenze liegt bei rund 3500 Schilling. Dazu kommen gegebenenfalls noch Einbaukosten von 2000 bis 3000 Schilling. Alles in allem ein kräftiger Teuerungsschub für die Freiheit des Telefonierens, die auch schon so kein ausgesprochen billiges Vergnügen ist.
Diese Tatsache wird vor dem Hintergrund von zwei Fakten noch ärgerlicher: Erstens bewegen sich zahlreiche Freisprechanlagen qualitativ hart an der Grenze zum schlichtweg Unbrauchbaren; zweitens wird in den meisten Fällen die nicht unerhebliche Investition teilweise oder ganz obsolet, wenn entweder ein neues Handy oder ein neues Auto angeschafft wird: „Neues Handy? Neues Auto? – Neue Freisprechanlage!“ heißt in vielen Fällen die Devise, die den Zubehörherstellern und dem Handel eine praktisch nie versiegende Einnahmequelle beschert. Da kommt auf die Konsumenten einiges zu, deshalb auch dieser Test, der ein breites Spektrum verschiedener Anlagen umfaßt. 

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