Handy- und Internetprovider

Kunden zweiter Klasse

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Konsument 3/2011 veröffentlicht: 15.02.2011

Inhalt

"Die Zitrone": Mit immer günstigeren Angeboten buhlen Handy- und Internetprovider um neue Kunden. Auf der Strecke bleiben dabei jedoch ihre Stammkunden.

"Ich bin bei einem Internetanbieter", schreibt uns Herr H., "und sehe, dass mein Provider neuen Kunden viel bessere Konditionen anbietet.“ Herrn H.s Vertrag kostet weit mehr, als Neukunden dafür hinlegen müssten. „… außerdem ist die Geschwindigkeit viel höher und Neukunden erhalten Zusatzdienste, die ich nicht bekomme. Leider aber gelten diese Angebote nur für Neukunden. Ich sehe nicht ein, warum ich mit meinen Gebühren Sonderangebote finanzieren soll, von denen ich nichts habe."

Viele Beschwerden

Solche Beschwerden über Handy- oder Internetanbieter erhalten wir derzeit viele. Die Antwort, die wir darauf geben müssen, kann langjährige Kunden leider nicht befriedigen. Aus juristischer Sicht gibt es gegen diese Vorgangsweise nämlich keine Handhabe. Denn Vertrag ist Vertrag, und grundsätzlich sind Verträge einzuhalten. Aber unfair ist es trotzdem, wenn Stammkunden so behandelt werden. Vor allem deshalb, weil Handy- oder Internetverträge heute ziemlich lange Bindefristen haben. Da fühlen sich die Konsumenten gefrotzelt und nehmen sich vor, bei der nächstmöglichen Gelegenheit zu wechseln.

Bei treuen Kunden abkassieren

Ob die Strategie, ausgerechnet bei treuen Kunden abzukassieren und sie damit letztendlich zu verlieren, auf lange Sicht den Geschäftserfolg garantiert? Der Markt für Mobiltelefonie und Internet ist ziemlich umkämpft. Ein Angebot jagt das nächste. Es wäre doch eine revolutionäre Marketingidee, langjährige Kunden zum günstigeren Tarif wechseln zu lassen und sie so bei der Stange zu halten.

Werbung  für mobiles Breitband-Internet: Kunden zweiter Klasse (Bild: Screenshot drei.at)

Schön für Neukunden, ärgerlich für Stammkunden: die Neuen werden bevorzugt

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