Handystrahlen

Schönfärber gegen Schwarzmaler

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Konsument 2/2009 veröffentlicht: 15.01.2009

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Fast jeder besitzt bereits ein Handy. Doch noch immer streiten Fachleute darüber, wie hoch die Gefahren der Mobilfunktechnologie einzuschätzen sind.

„Unsere Kinder dürfen keine Versuchs­kaninchen werden“, appelliert der Umweltreferent der Wiener Ärztekammer an die Öffentlichkeit. Das hemmungslose Telefonieren müsse daher gebremst werden. Hersteller und Netzbetreiber hingegen, die im Forum Mobilkommunikation (FMK) zusammengefasst sind, würden kritische Wissenschaftler am liebsten brotlos sehen. So appellierte das FMK kürzlich an „zukünftige Auftraggeber“, sich eine Auftragsvergabe an den Salzburger Umweltmediziner Gerd Oberfeld genau zu überlegen, „wenn sie ihre Gelder nicht verpulvert sehen wollen“.

Fallensteller und Spione

Es hat den Anschein, dass die Erbitterung, mit der der Kampf ums Handy geführt wird, mit dem Grad der Marktdurchdringung steigt. Die Zahl der auf dem Markt befindlichen Handys in Relation zur Gesamtbevölkerung hat ja bekanntlich längst die 100-Prozentmarke überschritten.

Da muss besagter Gerd Oberfeld eine epidemiologische Studie über die Krebsgefahr, die durch Mobilfunk-Basisstationen ausgeht, zurückziehen, weil sich herausstellt, dass sich im untersuchten Ort Hausmannstätten gar keine solche Anlage befunden hat. Die Information über die vermeintliche Sendestation bekam Oberfeld ausgerechnet von einem ehemaligen Mitarbeiter der Post- und Telegraphenverwaltung, jenes Unternehmens, das damals für die Errichtung des Mobilfunknetzes verantwortlich war. Das klingt wie eine Szene aus einem drittklassigen Thriller: böse Macht stellt aufrechtem Wissenschaftler eine Falle, um ihn mundtot zu machen …

Erhöhtes Krebsrisiko

Da muss eine brisante Studie der Wiener Medizinuniversität zurückgezogen werden, weil der Laborassistentin vorgeworfen wird, sie habe die Codes geknackt, mit denen die Daten der Studie verschlüsselt waren – woraus die gegnerische Seite den Schluss zieht, die Studie sei gefälscht. Sie sollte klären, ob Handystrahlen Auswirkungen auf menschliche Zellen haben. Ergebnis: Bereits bei geringer Strahlendosis (weit unter dem derzeit geltenden Grenzwert) kam es zu Strangbrüchen des Erbguts, was auf ein erhöhtes Krebsrisiko hindeutet. Und wieder fühlt man sich wie in einem billigen Film: Der Laborleiter hatte im Laborbuch seiner Assistentin gestöbert und darin Aufzeichnungen über die entschlüsselten Zahlencodes entdeckt, die aber – nach Angaben der Assistentin – nicht von ihr stammen …

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Bild: VKI