Handytarife: "Fair-Use"

Ziemlich unfair

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Konsument 9/2008 veröffentlicht: 23.08.2008, aktualisiert: 28.08.2008

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Sogenannte „Fair-Use-Bestimmungen“ sind vor allem in Handyverträgen den Konsumenten gegenüber alles andere als fair.

Eingeschränkte "grenzenlose Freiheit"

Vor einigen Jahren entdeckten die Mobilfunkbetreiber die grenzenlose Freiheit als Verkaufsargument und zogen mit Slogans wie „Unbegrenzt telefonieren“ in die Werbeschlacht. Diese Versprechungen wurden – zumindest nach Ansicht der Unternehmen – von einigen Kunden allzu wörtlich genommen. Daher ruderten die Provider zurück und erließen Bestimmungen, die „Fair-Use“ genannt werden.

Gemeint ist, dass sich der Kunde verpflichtet, von seiner Freiheit nur fairen Gebrauch zu machen. Problematisch daran ist vor allem, dass die Kunden oft nicht erfahren, ab welchem Gesprächsvolumen oder ab welcher Anzahl SMS mit der Freiheit Schluss ist. Somit obliegt die Verpflichtung zur Fairness einseitig dem Konsumenten.

Internet ist fairer

Zuerst tauchte der Begriff „Fair-Use“ bei Internetprovidern auf. Diese wollten verhindern, dass zu große Datenmengen aus dem Internet heruntergeladen und andere Kunden dadurch behindert werden. Die Internetprovider geben jedoch ihre Limits im Allgemeinen bekannt. Und meist sind die Mengen für „Normalsurfer“ völlig ausreichend. Oft können die Konsumenten auch nachschauen, wie viel Volumen sie schon „verbraucht“ haben. Dass diese Transferkontrolle nicht immer ganz aktuell ist, steht freilich auf einem anderen Blatt.

Üblicherweise werden User bei mehrmaliger Überschreitung verwarnt, danach wird die Übertragungsgeschwindigkeit herabgesetzt. Nur in seltenen Fällen wird der Anschluss auch gekündigt oder dem Kunden nahegelegt, einen anderen Tarif zu wählen.

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Bild: VKI