Handyverlust

Vergebene Chancen

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KONSUMENT 4/2012 veröffentlicht: 29.03.2012

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Ein verlorenes Handy wäre leicht auffindbar. In der Praxis nützt das betroffenen Konsumenten nichts, also sind eigene Vorsorgemaßnahmen dringend zu empfehlen.

Handy verloren oder gestohlen? Schlecht, sehr schlecht. Denn die Chance, es wieder zurückzubekommen, tendiert gegen null. Mehr noch: Bei Österreichs Kripo weiß man nicht einmal, wie viele Handys eigentlich ­gestohlen werden. Bei den Mobilfunk-Netzbetreibern auch nicht. Handydiebstahl "ist kein kriminologisches Delikt", erfuhren wir dazu aus dem Innenministerium. Man verbuche im Zusammenhang mit "mobilen Kommunikations­geräten" nur Raub, das heißt Fälle, in denen Gewalt­androhung oder Gewaltanwendung im Spiel ist. Und das war im vergangenen Jahr mehr als 500 Mal der Fall.

Zehntausende Fälle jährlich

Dass Handyuser gut daran tun, auch das ­Thema Diebstahl und Verlust nicht ähnlich distanziert zu betrachten wie die Kripo, ­zeigen die – allerdings schon etwas angestaubten – Zahlen aus dem Jahr 2009, die vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) erhoben wurden: Rund 28.000 Diebstähle wurden damals angezeigt, davon fast die Hälfte allein in Wien. Berücksichtigt man ­eine wohl nicht unerhebliche Zahl von nicht angezeigten Fällen ("Das bringt eh nix") sowie die in den letzten Jahren erfolgte ­weitere Vermehrung der Handys – und vor allem der Smartphones, mit gesteigerter ­Attraktivität für unredliche Zeitgenossen –, so kann man vermutlich davon ausgehen, dass in Österreich etwa alle 15 Minuten ein Handy unfreiwillig den Besitzer wechselt. Aufklärungsquote 2009 landesweit laut KfV: 6 Prozent (Wien 4 Prozent). Die "Bringt eh nix"-Skeptiker liegen also nahe an der Wahrheit.

Technisch wäre vieles möglich

Dennoch sollte man den Beamten einen Besuch abstatten; ­warum, davon später. Fakt ist: Technisch wäre es kein Problem, gestohlene Handys zu orten, es wird aber bei Diebstahl nicht gemacht; bei Raub ist es Ermessenssache der Beamten. Technisch wäre es weiters auch kein Problem, Räubern, Langfingern und unehrlichen Findern die Lust am Tun überhaupt gründlich zu vermasseln: mithilfe der IMEI-Nummer. Aber die heimischen Netzbetreiber machen davon leider nicht ernsthaft Gebrauch.

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Kommentare

  • @ ffw19 IMEI-Sperre
    von NETclub50plus am 30.03.2012 um 21:40
    Na, das wäre freilich ein schöne Aufwand für die Provider - wenngleich ich keine "kleine Provider" kenne... :-). Ist aber, wie in Zeiten der Globalisierung auch nicht anders zu erwarten, viel einfacher. Es gibt zertifiizierte Stellen wie etwa das GSMA-Konsortium (http://imeidb.gsm.org/imei/login.jsp), in dessen Datenbank tippt der Provider die IMEI des gestohlenen/verlorenen Handys ein (Aufwand: 10 Sekunden). Damit hat sich die Sache, und zwar global. So verstehe zumindest ich es. In Südafrika ist die IMEI-Sperre seit mehr als einem Jahrzehnt "Stand der Technik" und selbst in einem Schwellenland wie Indien können das die Handy-User sogar selbst tun.
  • IMEI muss aber bei JEDEM Provider auf die "Blacklist"
    von ffw19 am 29.03.2012 um 15:53
    Ich versteh das so: Um eine IMEI wirklich zu sperren, muss diese IMEI auf der "Blacklist" jedes einzeln (noch so kleinen )Providers eingetragen werden - und zwar weltweit. UND umgekehrt - d.h. die IMEI ALLER gestohlen/verloren gemeldeter Mobil-Geräte ALLER Provider in z.B. USA, Liechtenstein, China, Vatikan, Indien, .... muss auch auf die Blacklist von YESS, 3, A1, ... Diese Administration tut sich kein Provider freiwillig an. Außer die Versicherungen beteiligten sich.
Bild: VKI