Internet: Bargeldtransferdienste

Verschickt und weg

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KONSUMENT 1/2012 veröffentlicht: 30.12.2011

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Vorsicht Falle: Bargeldtransferdienste sind eine gute Sache - aber nicht zum Bezahlen im Internet.

Der gebrauchte BMW, der auf der Internet-Autobörse angeboten wurde, war ein echtes Schnäppchen. Herr Walter kontaktierte den Verkäufer per E-Mail. Und erhielt in holprigem Deutsch die Aufforderung, den Kaufpreis über einen Bargeldtransferdienst zu überweisen. Das tat Herr Walter – und wartet seither auf seinen Traumwagen.

Geldtransfer ohne Bankkonto

Er ist einem Gauner aufgesessen. Bargeldtransferdienste wie Western Union oder MoneyGram sind Zahlungsdienstleister besonderer Art. Mit ihnen lässt sich Geld an Personen schicken, die nicht über ein Bankkonto verfügen. Wer in Österreich arbeitet und Geld verdient, kann auf diesem Weg seinen Angehörigen Bares zukommen lassen, wenn es im Heimatstaat kaum Banken gibt. Er geht einfach zu einem Western-Union- oder MoneyGram-Vertragspartner, legt Geld oder die Kreditkarte hin und zeigt seinen Ausweis her. Dann muss der Empfänger das Geld nur bei einem Western-Union- oder MoneyGram-Vertragspartner im jeweiligen Land abholen. Das funktioniert binnen Minuten.

Erst einmal abgeschickt, lässt sich das Bargeld nicht mehr zurückrufen

Diese einfache Form der Überweisung haben auch Betrüger entdeckt, wie zahlreiche Fälle zeigen; etwa Mails mit supergünstigen Angeboten oder Bitten vermeintlicher Bekannter, die angeblich im Ausland ohne Geld dastehen. Ist das Bargeld einmal abgeschickt, lässt es sich – anders als etwa eine Kreditkartenzahlung oder eine Banküberweisung – auf keinen Fall mehr zurückrufen. Per Bargeldtransfer sollte man Geld somit nur an Personen schicken, die man persönlich kennt. Auch Western Union warnt davor, Geld an Unbekannte zu schicken. Wird also bei Internetgeschäften die Bezahlung über einen Bargeldservice verlangt, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit Betrugim Spiel.

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