Internet: mobil surfen

Sauteure Datenfallen

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KONSUMENT 8/2011 veröffentlicht: 18.07.2011

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Die mobile Internetnutzung wird immer öfter zur Kostenfalle. Die Möglichkeiten der Smartphones, aber auch die Tarifgestaltung, tragen das Ihre dazu bei. So bleiben Sie vor Horrorrechnungen verschont.

Eine Monatsabrechnung in Höhe von unglaublichen 25.000 Euro, mit der sich ein Vorarlberger Skilehrer konfrontiert sah, ist natürlich ein medienwirksames Extrembeispiel. Tatsache ist aber, dass die Internetnutzung am Handy bzw. das mobile Breitband immer häufiger zu unerwartet hohen Rechnungen führen und Mehrkosten zwischen 100 und 2.000 Euro keine Seltenheit sind. Der Boom bei den multimediatauglichen Smartphones verschärft die Situation. Gleiches tun die exorbitant hohen Gebühren, die die Anbieter bei Überschreitung des im Vertrag inkludierten Datenvolumens verrechnen, während sie diese im Kleingedruckten verharmlosend – weil auf kleine Einheiten heruntergebrochen – darstellen. So als ob alle Kunden selbst­verständlich mit Kilo-, Mega- und Gigabyte umgehen könnten.

Auf den Tarif kommt es an

Hätte man direkt vergleichbare Zahlen, würde man auf den ersten Blick sehen, dass ein zusätzliches Gigabyte (GB) beim mobilen Internet mit 100 bis 256 Euro zu Buche schlägt. Bei manchen Handytarifen hingegen kommen leicht 1.000 bis 1.600 Euro zusammen. Noch teurer kann es werden, wenn man beispielsweise mit einem vorhandenen reinen Sprach­tarif auf ein Smartphone umsteigt und damit mobile Datendienste nutzt.

Fotos, Musik, Videos als Datenfresser

Natürlich spielen die Nutzungsgewohnheiten eine große Rolle. Nicht jeder User überzieht gleich um ein ganzes Gigabyte (also rund 1.000 Megabyte/MB), doch andererseits schmerzt auch ein Hunderter, der dem Haushaltsbudget abhanden kommt. Um auf diese Summe zu kommen, genügen je nach Handytarif bereits 60 bis 100 MB Mehrverbrauch. Dies entspricht bis zu 10.000 reinen Text-E-Mails. Enthalten die Mails aber z.B. Digitalfotos im Anhang, dann ist man oft schon mit 20 bis 30 gesendeten oder empfangenen Nachrichten bei diesem Daten­volumen angelangt. Gleiches gilt für Bilder, die per MMS verschickt werden, oder für den Download von Liedern im MP3-Format. Eine via Internet gestreamte MP3-Datei (Web­radio, Cloud-Dienst) nagt mit rund 1 MB pro Minute am Datenvolumen – macht 60 MB pro Stunde.

Bei Videos bestimmen die Auflösung und die Länge den Datenverbrauch. Schon ein zweieinhalbminü­tiges YouTube-Video kann 15, aber auch 50 MB aufzehren. Mehrminütige Videos in HD-Auflösung können sogar bis in den Gigabyte-Bereich vordringen. Und man darf keinesfalls über­sehen, dass auch der Upload, also das Hinaufladen von Daten, mitgezählt wird. Ein am Handy gedrehtes Video direkt an YouTube oder Facebook zu senden ist praktisch, schmälert aber gleichfalls das vorhandene Datenkontingent.

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Kommentare

  • Navi und Internetzugriff
    von ECS am 30.09.2011 um 11:15
    mein Navi benötigt das Internet nur zur Karteninformation. Also schalte ich auf manuelle Netzsuche und fahre mit den Karten die im Handy sind.
  • "A-GPS" und andere Kundenfeindlichkeiten
    von multitude am 20.08.2011 um 22:22
    Jedes normale Navi fürs Auto kommt mit einem einfachen GPS aus. Internetunterstütztes GPS ist in diesen Geräten offenkundig nicht notwendig und sie finden auch so schnell genug die gewünschte Position bzw. Route. In allen 3 von mir ausprobierten Smartphones konnte man den Internetzugriff bei der Navi-Funktion nicht abstellen. D. h. dort wo man diese am ehesten benötigt - nämlich im Ausland - wird man schamlos geschröpft. Ich halte das für keinen Zufall, sondern für eine gezielte Geldbeschaffung. Anderes Beispiel: Bei "einfachen" Handys war es bis dato auch ziemlich einfach von automatischer Netzsuche auf manuelle umzustellen, was einem davon bewahrt, dass man im Grenzgebiet - und in einem kleinen Land wie Österreich ist man bald einmal im Grenzgebiet - ohne es zu wissen und zu wollen in ein ausländischen viel teureres Netz eingebucht wird. Bei Android-Smartphones hat man diese einfache Klarheit beseitigt. Das ist kein Fortschritt sondern ein technischer Rückschritt, der im Zweifelsfall auf Kosten der Kunden geht und den Netzprovidern zusätzliche Einnahmen beschert. Ich finde, dass alle Handyanbieter dazu verpflichtet werden sollten, wenn sie GPS anbieten, dass man das auch ohne Internetzugriff nutzen können muss und dass die Netzwahl klar und eindeutig konfiguriert werden können muss. Alles andere ist Kundenfeindlich und hat keinen anderen Sinn als dem der Abzocke.
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo