Jay-Tech: PC-Tablet

Im Kurztest nicht überzeugend

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KONSUMENT 6/2011 veröffentlicht: 21.04.2011

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Apples iPad legt die Latte hoch, nun ziehen die Billighersteller nach. Schlecker bietet einen Tablet-PC von Jay-Tech an. In unserem Kurztest hat er nicht überzeugt.

Sie sehen aus wie ein überdimensioniertes Smartphone, sollen in die Jacke oder die Handtasche passen und Handy und Klein-PC vereinen: die Tablet-PCs. Wikipedia schreibt über diese Produktgruppe: "Ein Tablet-PC ist ein tragbarer, stiftbedienbarer Computer, der unter anderem wie ein Notizblock verwendet werden kann. Die Bedienung erfolgt per Eingabestift und teilweise auch per Finger direkt auf einem berührungsempfindlichen Bildschirm." Jetzt bietet der Diskonter Schlecker in seinem Online-Shop so ein flaches Wunderding an: das Jay-PC Tablet PID 7901.

So wird das Gerät im Onlineshop von Schlecker dargestellt (Screenshot):

Jay-Tech Tablet-PC im KONSUMENT-Kurztest (Bild: Screenshot Schlecker) 

Von Anfang an mühsam

Der Kurztest gestaltete sich von Anfang an mühsam. Der Kauf direkt in einem Schlecker-Geschäft war zunächst nicht möglich, weil es dort nicht angeboten wurde, also bestellten wir es extra und holten es ein paar Tage später in der Filiale ab. Der Preis ist mit rund 100 Euro durchaus günstig und liegt deutlich unter dem der Konkurrenz. Mühsam war das Aufladen des Akkus, irgendwann ist es uns gelungen, aber dann war das Gerät ziemlich warm.
Mühsam war auch das Einschalten. Denn nach dem Hochfahren des Betriebssystems schaltete es sich bei mindestens zwei Versuchen gleich wieder ab.

Fehler in der Bedienbarkeit

Die Gebrauchsanleitung empfiehlt auf einen Menü-Button zu drücken, bei dem sich dann nichts rührt. Drückt man auf jenes Bildchen, mit dem die Anzeige von Quer- auf Hochformat wechselt, öffnet sich die Videofunktion – und das lag nicht an unseren dicken Fingern. Der Bildschirm ist berührungsempfindlich (Touchscreen). Zum Navigieren fährt, blättert oder tippt man mit dem Finger über bzw. auf den Bildschirm – die Reaktion erschien uns aber etwas zäh. Wir mussten die Befehle öfter wiederholen.

Unbekannte Version des Betriebssystem

Als Betriebssystem läuft Android von Google, allerdings in der Version 1.9. Diese Android-Version gibt es offiziell gar nicht (aktuell ist 2.3 bzw. 3.0). Das Gewicht ist angenehm, die Größe auch (203 x 137 x 13 mm). In die Außentasche eines Sakkos passte es, in die Innentasche aber kaum. Auffällig ist der breite schwarze äußere Rand rund um den Bildschirm.

Onlinezugang über WLAN

Um ins Internet einsteigen zu können, muss ein zugängliches WLAN in der Nähe sein. Surfen, darunter Abfragen bei Google und Youtube, war möglich  - meistens. Die Darstellung von Webseiten funktioniert, ist aber durch den kleinen Bildschirm (800 x 480px) mäßig attraktiv, da kann das Tablet nichts dafür. Schließlich sind die meisten Websites für größere Computerbildschirme konzipiert.

Keine Verbindung zur Digitalkamera

Computer sollen andere Medien zeigen, bearbeiten und verwalten können. Beim Versuch, eine Digitalkamera und einen Cardreader mit Speicherkarte über den beiliegenden USB-Adapter anzuschließen, sind wir gescheitert. Um Office-Dokumente bearbeiten zu können, müsste man eine eigene Lizenz erwerben. Das Jay-PC-Tablet sendet automatisch die  Daten des eigenen Standortes an Google; will man das nicht, muss man die Funktion gezielt ausschalten.

Billig, aber mühsam

Nach einigen Anläufen haben wir unseren Kurztest abgebrochen. Fazit: Das Jay-PC-Tablet von Schlecker ist billig aber mühsam; einem Vergleich mit der Konkurrenz von Apple und Samsung hält es keinesfalls stand.

 

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Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo