Ketten-E-Mails

Ab in den Kübel

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Konsument 8/2009 veröffentlicht: 22.07.2009

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  • Sagen von heute warnen vor gefährlichen Produkten oder miesen Tricks
  • und verbreiten Freudenbotschaften, die nicht stimmen.

Der treue Schäferhund musste wegen einer schweren Erkrankung eingeschläfert werden, hieß es im E-Mail. Weil sich seine Besitzerin das plötzliche Ableben nicht erklären konnte, bestand sie auf einer Autopsie. Und da zeigt sich: Feuchttücher hatten das arme Tier vergiftet. Schrecklich, aber nur erfunden. Doch immer wieder fragen uns besorgte Tierfreunde, ob daran etwas Wahres ist. Und der Hersteller Procter&Gamble sah sich deswegen sogar zu einer offiziellen Stellungnahme veranlasst: Swiffer-Feuchttücher sind sicher für Tier und Mensch, denn sie enthalten hauptsächlich Wasser und herkömmliche Reinigungsmittel in unbedenklichen Mengen.

Zeitgenössische Märchen

Die Mär von den tückischen Tüchern ist eine zeitgenössische Sage. Unsere Vorfahren erzählten einander von Hexen, Gespenstern oder wundersamer Rettung durch einen Schutzgeist. Ähnlich myste riöse Geschichten verbreiten sich heute nicht nur im Gespräch, sondern auch per E-Mail. Weitere Beispiele: Tampons sollen Asbest enthalten (damit Frauen stärker bluten und mehr Tampons brauchen), Deodorants verursachen Brustkrebs, vom Süßstoff Aspartam kann man sterben. Oft führen die Mails als Zeugen Wissenschafter oder Institutionen an. Die sind allerdings in der Fachwelt unbekannt. Oder sie distanzieren sich energisch davon, wie das St.-Anna-Kinderspital von einer seit langem kursierenden gefälschten E-Nummern-Warnliste.

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