Kostenvergleich, Garantiefalle, Restaurant-Gutschein

Hörbehelfe im Kino, Neue Werberichtlinien, Arabischer Verbraucherschutzverband

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Konsument 5/1999 veröffentlicht: 01.05.1999

Inhalt

 



 Schweiz

Kostenvergleich statt Gratis-Handy

Zeitschriften, Banken, Versicherungsgesellschaften – sie alle locken heutzutage gerne mit Handys als Geschenk bei Vertragsabschluß. Gerade bei Versicherungen geht es allerdings häufig um sehr hohe Prämienzahlungen (zum Beispiel bei langfristigen Lebensversicherungen), die es – wie das schweizerische Verbrauchermagazin „J’achète mieux“ anläßlich eines aktuellen Falles meint – rechtfertigen, eingehende Angebotsvergleiche anzustellen. Die Differenz kann nämlich durchaus so hoch sein, daß man sich dafür mindestens ein Handy leisten kann – und noch dazu kann man sich Modell und Betreibergesellschaft selbst auswählen.

 Grossbritannien

Garantiefalle im Internet

Beim Internet-Shopping lauern zahlreiche Kundenfallen. So versucht ein britischer Anbieter konsequent, erweiterte Garantien für seine Produkte zu verkaufen. Die Kosten dafür belaufen sich fallweise auf mehr als ein Drittel des Gerätekaufpreises. Der Trick: Die Kunden werden gefragt, wie viele Jahre Garantie sie wünschen, und auf Mausklick haben sie teurer gekauft als angenommen. Nur kleingedruckt am Bildschirmrand werden sie darauf hingewiesen, daß sie auf die erweiterte Garantie verzichten können. Der vom Verbrauchermagazin „Which?“ angesproche Anbieter meinte, man werden sehen, was sich machen lasse, um die Sache transparenter zu gestalten. Die Lösung ist nicht schwierig, meint „Which?“: Statt auf die erweiterte Garantie ausdrücklich verzichten zu müssen, sollten die Kunden künftig auf die Möglichkeit hingewiesen werden, sie zusätzlich kaufen zu können. – Ob hier der gute Wille fehlt?

 Jordanien

Arabischer Verbraucherschutzverband

Auch im arabischen und nordafrikanischen Raum werden Verbraucherschutzvereinigungen zunehmend aktiv. So fand vor einiger Zeit in der jordanischen Hauptstadt Amman erstmals eine Konferenz zum Thema Konsumentenschutz mit Teilnehmern aus 14 Ländern statt, von Tunesien und Marokko, über Ägypten und Jemen, bis zu den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dort wurde beschlossen, einen gemeinsamen Dachverband zu schaffen, der seinen Sitz in Amman haben und künftig alle Mitgliedsorganisationen nach außen hin vertreten soll. Über die geplante Struktur und die Zielsetzungen des Dachverbandes wurden noch keine Details bekanntgegeben.

USA

Nutzloser Gutschein

Wenig Freude hatte eine Konsument in Florida mit einem Restaurant-Gutschein im Wert von einem Dollar, den er auf einer Tiefkühlverpackung vorfand: Das Lokal, in dem er den Gutschein einlösen hätte können, lag nämlich in New York – mit dem Flugzeug in wenigen Stunden für 200 Dollar zu erreichen.

 Rumänien

Neue Werberichtlinien

Die rumänische Regierung hat eine Gesetzesvorlage für die Regelung der Tätigkeit der Werbewirtschaft erarbeitet. Darin wird viel Augenmerk auf die Respektierung der menschlichen Würde und der öffentlichen Moral gelegt. Weiters darf Werbung weder Angst erzeugen, noch Falschaussagen verbreiten. Ein komplettes Verbot kommt für Zigarettenwerbung im Radio und im Fernsehen, in gedruckten Medien darf sie – ebenso wie jene für Alkoholika – nur noch im Blattinneren aufscheinen und darf sich nicht an Jugendliche richten. Auf den Zigarettenpackungen muß es einen Hinweis auf die möglichen Folgen des Rauchens für die Gesundheit geben.

 USA

Gratis-Hörbehelfe im Kino

Rund 28 Millionen Menschen leiden in den USA unter einer Beeinträchtigung ihres Gehörs. Kino- oder Theaterbesuche sind für viele kaum möglich. Seit 1992 gibt es daher ein Übereinkommen zwischen der Regierung und den Betreibern, daß in Kinos und Theatern ab 50 Sitzplätzen eine bestimmte Anzahl von Hörbehelfen in Form spezieller Infrarot-Kopfhörer gratis zur Verfügung stehen. Allerdings gibt es hier immer noch große Lücken beziehungsweise sind die Geräte schlecht gewartet. Dies liegt aber andererseits auch an der bisher relativ geringen Nachfrage. Nichtsdestotrotz ist dies ein Beispiel, das auch außerhalb der USA Schule machen sollte.

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