MyPhone: neue Beschwerde

Ungebetener Besuch

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veröffentlicht: 15.10.2010

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Noch immer erreichen uns Beschwerden über die Firma Myphone.

Frau H. hielt gerade ihren Mittagsschlaf, als es an der Türe läutete.  Schlaftrunken öffnete die betagte Dame. Vor ihr stand ein Vertreter: "Grüß Gott! Darf ich hereinkommen?“, sagte er forsch und stürmte in die Wohnung, ehe Frau H. auch nur ein Wort herausbrachte.

Falsche Behauptung


"Sie brauchen ein neues Telefon“, rief er, "Im ganzen Ort werden jetzt die alten Telefonanschlüsse erneuert!" Und da habe er genau das richtige Angebot, nämlich einen Vertrag mit der Firma MyPhone. Wie ein Wasserfall redete er auf Frau H. ein. Von der plötzlichen Störung noch ganz benommen, unterschrieb sie den Zettel, den er ihr hinhielt. "Und dann brauche ich noch eine Telefonrechnung von Ihnen!" Die hatte Frau H. parat und zeigte sie dem Vertreter. Der schaute die Rechnung genau an und notierte sich ein paar Zahlen. Dann schrieb er noch einiges auf dem Zettel, den Frau H. unterschrieben hatte und gab ihr einen Durchschlag davon.

Zufällig  kam am gleichen Nachmittag  Frau H.´s Nichte zu Besuch. Aufgeregt erzählte ihr die Pensionistin vom ungebetenen Besucher. "Tante, hast Du vielleicht etwas unterschrieben?" fragte die Nichte, der Böses schwante. "Ja, das hier!"

Vertrag vordatiert

Die Nichte, Frau Renate, erkannte sofort, dass Frau H. einen Vertrag mit dem Festnetztelefonanbieter MyPhone geschlossen hatte. Mithilfe der alten Telefonrechnung hatte der Vertreter Frau H.s Kontodaten eruiert und ins Vertragsformular eingesetzt. Das ärgerte Frau Renate. "Aber Tante, das ist doch ein Blödsinn! Unsere Anschlüsse werden gar nicht erneuert“ beruhigte sie die alte Dame.

Als langjährige Konsument-Leserin weiß Frau Renate auch, dass man innerhalb einer Woche kündigen kann, wenn man einen Vertrag bei einem Vertreter an der Haustür unterschrieben hat. Was die Nichte ergrimmte: Es war der 11. Otober. Datiert war der Vertrag aber mit 8. Oktober.

vordatiertes Vertragsformular von MyPhone (Bild: Scan)

Hätte sie diesen Vertrag erst einige Tage später entdeckt, wäre ein Rücktritt womöglich gar nicht mehr so einfach gewesen. Noch dazu ist Frau H. von der Telefongrundgebühr befreit und zahlt nur 6 Euro im Monat Gesprächsgebühr. Ein Vertrag mit einem anderen Telefonanbieter hätte da überhaupt nichts gebracht.

Rasch eilte Frau Renate nach Hause und verfasste ein Rücktrittsschreiben. Das ließ sie ihre Tante unterschreiben und gab es eingeschrieben bei der Post auf. Dann schrieb sie noch ein E-Mail an uns. Sie bat uns Veröffentlichung dieses Vorfalls, "damit diese unsauberen Geschäftsmethoden nicht Schule machen".

Seit Längerem bekannt

Die Firma MyPhone ist bei uns seit Längerem bekannt. Immer wieder erhalten wir Beschwerden. Konsumenten werden zu Hause aufgesucht und zur Unterschrift gedrängt. Einige Leser informieren uns nur, weil sie diese Keilermethoden nicht gutheißen und wollen, dass wir das anprangern. Andere Konsumenten wenden sich an uns, weil sie diesen Vertrag nicht wollten. Manche hatten im Glauben unterschrieben, es handle sich um die Telekom Austria.

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Kommentare

  • Verbotener Kaltanruf durch MyPhone
    von REDAKTION am 22.11.2012 um 10:07

    Sie können sich über verbotene Telefonwerbung beschweren. Hier finden Sie bei uns Näheres: http://www.konsument.at/cs/Satellite?pagename=Konsument/MagazinArtikel/Detail&cid=318880337746

    Ihr KONSUMENT-Team

  • Verbotener Kaltanruf durch MyPhone
    von donutfarmer am 21.11.2012 um 11:04
    Offensichtlich lässt sich trotz mehrfacher Beschwerden MyPhone nicht abbringen verbotene Kaltanrufe durchzuführen. Ich habe der Telefonisten gleich Anfangs mitgeteilt, dass sie laut TKG §107 illegal unterwegs ist. Das hat sie aus dem Konzept gebracht und aufgegeben.
  • Verbotener Anruf vom myphone-Keiler
    von ProfAn am 08.07.2012 um 18:44
    Jetzt wurde auch meine Mutter (72) ungebeten von einem myphone-Keiler angerufen. Er hat sie in ein verwirrendes Gespräch verwickelt, dabei hat myphone doch versprochen keine Personen über 65 mehr zu kontaktieren. Der Keiler ließ nicht locker, obwohl meine Mutter darauf hingewiesen hat, dass sie a) Gebührenbefreit sei und b) erst mit ihrem Sohn darüber sprechen will. Sie hat keinesfalls eine eindeutige Einwilligung zu einem Vertrag gegeben. Nach der Rückkehr aus dem Urlaub lag dennoch der Vertrag im Briefkasten. Wir werden jetzt den Widerruf durchführen und Anzeige erstatten. Was mich stört, ist, dass wir auf den Kosten (Porto) sitzenbleiben und ich meine Zeit unbezahlt dafür vergeuden muss, obwohl niemals eine Zustimmung seitens meiner Mutter vorlag.
  • Verbotene Telefonwerbung durch Myphone
    von REDAKTION am 18.06.2012 um 12:04
    Wieder erreichte uns die Beschwerde eines Lesers zu Myphone. Zur Klarstellung: Werbeanrufe sind verboten, außer man hat dem Anruf ausdrücklich zugestimmt. Redaktion KONSUMENT „Die Firma MyPhone GmbH versuchte mich telefonisch zu erreichen. Ich habe die Firma umgehend kontaktiert, da ich wissen wollte, warum ich angerufen werde. Man sagte mir, dass man mir ein Angebot für ein günstiges Telefonieren unterbreiten möchte, das ich auch ablehnte und mitteilte, dass meine (an Altersdemenz erkrankte) Mutter von MyPhone bereits "gekeilt" worden ist, und der Vertrag nicht mehr rückgängig gemacht werden konnte - die Altersdemenz war zu diesem Zeitpunkt noch nicht offiziell bestätigt gewesen. Die Myphone-Vertreterin sicherte mir zu, dass meine Telefonnummern nicht mehr von MyPhone angerufen werden und auf die "Do-not-call-Liste" gesetzt werden.“ Name der Redaktion bekannt.
  • Ungebetene Anrufe von Myphone
    von kfackler am 21.10.2010 um 18:13
    Weils erst eine Stunde her ist: Ich habe heute einen Anruf von MyPhone erhalten. - "Spreche ich mit Frau xy?"-Ja.-"Sind Sie wirklich Frau xy?" Erst beim zweiten J.. hab ich geschaltet und auf das Verbot unaufgeforderter Telefonwerbung hingewiesen. Der Herr hat das leider nicht mehr vernommen, weil er das Gespräch schon vorher lautlos abgebrochen hatte.-Miese Tricks!
Bild: VKI