Null-Euro-Handys

Teure Geschenke

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KONSUMENT 10/2014 veröffentlicht: 25.09.2014

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Die scheinbar günstigen Null-Euro-Handys zahlt der Kunde über die hohe Grundgebühr. - Ein "Aufgespießt" von KONSUMENT-Redakteur Gernot Schönfeldinger.

 VKI-Experte Gernot Schönfeldinger
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Gernot Schönfeldinger

Je näher wir der alljährlichen Zeit des Schenkens und Beschenktwerdens kommen, desto öfter rücken die Smartphones wieder ins Blickfeld. Oder besser gesagt: Sie werden gerückt, indem Plakate und Werbespots die aktuellen Topmodelle als Null-Euro-Schnäppchen hinausposaunen. Leicht übersieht man dabei einen kleinen, aber entscheidenden Zusatz: "Ab“ null Euro, heißt es da nämlich.

Billiges Handy, teurer Tarif

Beim kritischen Blick hinter die große Null stellt man fest, dass die begehrtesten Smartphones nur dann quasi als Belohnung auf dem Gabentisch landen, wenn man den teuersten Tarif mit zweijähriger Bindefrist wählt. Da kann man dann locker mit 45 Euro Grundgebühr pro Monat rechnen. Und die summiert sich während der Vertragslaufzeit schon ohne Aktivierungsgebühr und jährliche SIM-Pauschale auf mehr als 1.000 Euro. Bei den günstigeren Tarifen sind direkt nach Abschluss entsprechend hohe Kostenbeiträge für die Geräte zu leisten bzw. muss man sich mit einem älteren oder weniger ansprechenden Modell begnügen.

Nur A1 hat sie abgeschafft

Nur der in Sachen Gebühren neuerdings sehr kreative Marktführer A1 hat die "geschenkten“ Smartphones abgeschafft und wirbt nun mit null Euro Geräteanzahlung bei Vertragsabschluss – wahrscheinlich, um zwecks besserer Optik im Werbeeinsatz die besagte große Null beizubehalten. Dafür gibt es gleich standardmäßig eine Teilzahlungsmöglichkeit mit 24 Monatsraten.

So oder so bezahlt man innerhalb der Vertragslaufzeit das scheinbar kostenlose Handy in Wahrheit selbst. Obendrein erhält man ein Gerät, das nur im Netz des eigenen Providers funktioniert und – sofern überhaupt erlaubt – selbst nach Vertragsablauf nur kostenpflichtig freigeschaltet werden kann.

Schnäppchen sehen anders aus

Schnäppchen sehen anders aus. Es handelt sich wohl eher um ein für die Anbieter profitables Kundenbindungsprogramm unter Verschleierung der Gesamtkosten. Genaues Nachrechnen vor Vertragsabschluss ist empfehlenswert, denn die Chancen stehen gut, beim Kauf eines freien Handys unterm Strich günstiger auszusteigen und gleichzeitig einen Vertrag ohne Zwei-Jahres-Bindung zu ergattern.


Weitere Informationen zum Thema: Test: Tarifwechsel bei Mobilfunkverträgen 10/2014, Cartoon: Handytarife 10/2014 sowie Null-Euro-Handys 5/2013.  

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Bild: VKI