Telefonieren: Mobile2Business

Getarnte Vertäge

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KONSUMENT 11/2013 veröffentlicht: 24.10.2013

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"Vorsicht Falle": Scheinbar günstige Business-Handyverträge werden auch an Privatpersonen vermittelt. Doch die sind in Wahrheit für Konsumenten keineswegs vorteilhaft.

Frau Mustafa (Name von der Redaktion geändert) saß verzweifelt in unserer Beratung. Ihre Kinder hatten im Internet gesurft, obwohl sie ihnen das streng verboten hatte. Und nun kam schon die zweite Rechnung von T-Mobile mit einer vierstelligen Euro-Summe. Auch unsere Juristin fand das seltsam. Denn um solche unliebsamen Überraschungen zu verhindern, wurde die Kostenbeschränkungsverordnung erlassen: Der Datenzugang muss gesperrt werden, wenn das vereinbarte Datenlimit um mehr als 60 € überzogen wird. Doch die Kinder hatten weiter Songs und Videos aus dem Internet herunterladen können.

Business-VPN-Anmeldung

So setzten wir uns mit dem Internetprovider in Verbindung. Und erfuhren Seltsames: Hier handelte es sich um eine Business-VPN-Anmeldung. Der Tarif ist für Unternehmer gedacht, wie ja die Bezeichnung nahelegt. Und das bedeutet: Viele Bestimmungen zum Schutz von Konsumenten gelten hier nicht, auch nicht die erwähnte Kostenbeschränkungsverordnung. Als Anbieter derartiger Verträge fungierte die Firma Mobile2Business. Sie kauft en bloc Gesprächsminuten von T-Mobile und verkauft diese weiter.

Konsumentenrechte gelten bei Businessverträgen nicht

Frau Mustafa hatte den Vertrag über einen Verein ihrer Landsleute abgeschlossen. Niemand hatte sie darüber aufgeklärt, dass ihre Konsumentenrechte hier nicht galten. „Wir als Telekommunikationsunternehmen können nicht überprüfen, ob der Businessvertrag zu privaten oder beruflichen Zwecken genutzt wird“, meinte T-Mobile. Für einen solchen Businessvertrag seien monatlich 4 € brutto Grundgebühr fällig, für einen gleichwertigen Privatkundenvertrag 33,99 € brutto.

Was erklärt, warum sich finanzschwache Personen mit vielleicht schlechten Deutschkenntnissen von derartigen Verträgen blenden lassen. Bedenklich stimmt, wie Geschäftspartner von Mobilfunkprovidern mit uninformierten Menschen Geschäfte machen. T-Mobile reagierte menschlich und hat nach unserer Intervention Frau Mustafa den Großteil ihrer Schulden erlassen.

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