Private Pflegeversicherung

Lotteriespiel mit dem Alter

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KONSUMENT 1/2013 veröffentlicht: 27.12.2012, aktualisiert: 31.01.2013

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Private Pflegevorsorge im Vergleich: Bei Weitem nicht jeder wird im Alter pflegebedürftig. Wer trotzdem finanziell vorsorgen will, sollte das nur nach gründlicher Beratung tun. Die Prämien privater Pflegeversicherungen sind mit steigendem Einstiegsalter hoch und die Angebote sehr unterschiedlich.

Pflegeversicherung wird zum Geschäft

Die Anbieter rüsten auf: Während es 2005 (siehe Test: Pflegegeldversicherungen 5/2005) erst fünf Pflegeversicherer gab, sind es derzeit schon elf Versicherungsunternehmen, die ein eigenständiges Produkt zur finan­ziellen Absicherung im Pflegefall anbieten. Nun müssen die Polizzen nur noch an den Mann und die Frau gebracht werden, aber das zieht sich.

Private Pflegevorsorge ist unattraktiv

Zum einen sind die österreichischen Kunden desillusioniert von den schlechten Ergeb­nissen bei Lebensversicherungen und prä­miengeförderter Zukunftsvorsorge und halten sich bei der Altersvorsorge entsprechend zurück. Zum anderen haftet dem Thema private Pflegevorsorge wenig Einladendes an. Während sich das Älterwerden durchaus mit posi­tiven Bildern (mehr Zeit für Hobbys, Reisen, die Familie) verknüpfen lässt, erinnert die Pflegebedürftigkeit drastisch an die negativen Seiten des Alters.

Pflegebedürftigkeit hält sich in Grenzen

Außerdem: Alt ­werden wir fast alle, aber pflegebedürftig nur ein kleiner Teil der 70plus-Generation. Das heißt, Altersvorsorge leuchtet vielleicht noch ein – aber jahrzehntelang für eine ziemlich teure Versicherung einzahlen? Die würde derzeit gerade einmal fünf Prozent der Bevölkerung etwas nützen. Der große Rest hätte die Prämien völlig unnötig eingezahlt.

Private Pflegevorsorge: Angebote im Vergleich

Für junge Menschen stehen andere Finanzfragen auf der Tagesordnung als eine mög­liche Pflegebedürftigkeit im Alter. Zudem lässt sich der Konsumverlust, den sie durch die jahrelangen Prämienzahlungen erleiden, nur schwer durch das simple Sicherheits­versprechen eines Versicherers aufwiegen. Wird das Thema Pflege dann mit zunehmendem ­Alter aktuell, ist es meist deutlich zu spät für einen Einstieg: Entweder sind die Prämien so hoch, dass man sie sich nicht mehr leisten kann bzw. will oder man wird gar nicht mehr angenommen. Manche Versicherer winken bereits bei 60-Jährigen ab, mit 75 Jahren ist definitiv Schluss.

Für wen eignen sich Pflegepolizzen?

Für wen also würden sich Pflegepolizzen überhaupt eignen, was bieten sie und welche Möglichkeiten gibt es, sich gegen ein even­tuelles Pflegerisiko abzusichern? In einer ­Untersuchung für die Arbeiterkammer Wien haben wir uns alle Angebote in Österreich angesehen und auch die gesetzlichen und pflegerischen Rahmenbedingungen erhoben.

In der Tabelle finden Sie:

Marke, Type, Produkte, Dienstleistungen
Allianz Allianz Pflegegeld, Donau SecurMed Pflege, ERGO Direkt Pflegegeld-Vorsorge-Plan, Generali Best Care (1PB40), Merkur Privatklasse Pflege, s-Versicherung s-Pflegevorsorge Basis, Uniqa CarePlus Kompakt, Wiener Städtische Extra Pflege Basis

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Kommentare

  • "Wann wer zur Kasse gebeten wird"
    von karinmartini am 21.01.2013 um 15:19
    Unter dieser Überschrift schreiben Sie, dass in Tirol der Staat auf geschenktes Vermögen sogar 30 Jahre lang zurückgreifen kann. Demgegenüber berichtet in der Ausgabe der Tiroler Tageszeitung v. 24. Mai 2011 der Präsident der Notariatskammer für Tirol und Vorarlberg, Philipp Schwarz, dass die Bestimmungen des Tiroler Mindestsicherungsgesetzes dahin gehend geändert wurden, dass nunmehr im Pflegefall für die Möglichkeit des Rückgriffes auf im Schenkungswege übergebenes Vermögen ausschließlich der Umstand maßgebend ist, ob zum Zeitpunkt der Übergabe der Übergeber einen Pflegegeldbezug erhalten hat bzw. ein Antrag auf Gewährung von Pflegegeld bereits gestellt hat. Ist dies nicht der Fall, ist ein Rückgriff auf das geschenkte Vermögen nicht möglich.
  • Ersatzpflicht für Kinder in Kärnten
    von REDAKTION am 08.01.2013 um 09:49

    Sie haben recht, seit 1.7.2012 gibt es auch in Kärnten diese Ersatzpflicht für Kinder, wenn Eltern im Pflegeheim versorgt werden. Die Ersatzpflicht richtet sich nach dem Einkommen. Unsere Erhebung wurde im Mai/Juni 2012 durchgeführt, daher konnten wir diese Änderung noch nicht berücksichtigen.

    Ihr KONSUMENT-Team

  • wann wer zur Kasse gebeten wird
    von ruly am 28.12.2012 um 12:33
    auch in Kärnten müssen die Kinder dazuzahlen.das gilt ab 1.7.2012.
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