Infrarotkabinen

Es geht auch billiger

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veröffentlicht: 13.01.2006, aktualisiert: 18.01.2006

Inhalt

Händler und Hersteller versprechen bei Infrarotkabinen gesundheitliche Vorteile. Sie dürften nicht schaden, aber ob die Gesundheitsversprechen erfüllt werden, ist zweifelhaft. Entspannung in der Badewanne kommt billiger.

Verstärkte Werbung mit Gesundheitsaussagen

Baumärkte und andere Anbieter verkaufen verstärkt Saunen und Infrarotkabinen. Bei letzteren spart die Werbung nicht mit Gesundheitsversprechen. Während über die Wirkung von UV-Strahlen viel bekannt ist, sind die gesundheitlichen Folgen von Infrarot-Strahlen (IR) weniger erforscht. Doch inzwischen gibt es auch hier Veröffentlichungen, die einem Teil der IR-Strahlung negative Auswirkungen zuschreiben („ Hautalterung durch Infrarotstrahlung? “).

Viele Einsatzgebiete

Klar ist: Infrarot-Strahlung gibt es in verschiedensten Wellenlängen mit verschiedensten Einsatzgebieten und Wirkungen. Ob es sich um Infrarot A, Infrarot B oder Infrarot C handelt. ist abhängig von der Temperatur des abstrahlenden Wärmemediums. Klar ist auch: Wie so oft im Gesundheitsgeschäft werden im Handel richtige Aussagen über eng begrenzte und bewiesene Wirkungen (z.B. bestimmte IR-Wellenbereiche) etwas ungenau und geschäftsfördernd auf ganze Produktgruppen ausgedehnt. 

Oder besser in die Badewanne?

IR-Kabinen dienen der Wärmebehandlung. Manche Experten behaupten, dass sich ein ähnlicher Effekt auch mit einem Wannenbad erzielen lässt. Prinzipiell sind zwei Bauarten im Handel. Einerseits die Niedertemperatursysteme, bei denen die Wärme großflächig mit ungefähr 40 - 60 Grad Celsius abgestrahlt wird. Zum anderen gibt es Modelle mit einem oder mehreren Strahlern, die mit 400 bis 700 Grad Celsius arbeiten.

In Kabinen meist Infrarot C

Diese Stahler können aus unterschiedlichen Materialien (Magnesium, Eisenoxid, Keramik) bestehen. Zwischen den Materialien gibt es aber kaum Unterschiede in der Funktion. In den meisten Infrarot-Kabinen wird daher zum überwiegenden Teil Infrarot C erzeugt.

Infrarot-A gehört in ärztliche Hand

Davon zu unterscheiden ist die Infrarot-A-Strahlung mit ungefähr 1900 Grad Celsius, die zur Behandlung von Erkrankungen eingesetzt wird. Wenn ein Hersteller behauptet, dass sein Gerät mit niedriger Temperatur nennenswerte Mengen von Infrarot A-Strahlung erzeugen kann, ist das unseriös. Infrarot-A-Strahlung ist wegen ihrer Wirksamkeit (und bei unsachgemäßer Anwendung: Gefährlichkeit) nur Ärzten vorbehalten. IR-A-Strahlung braucht eine aufwendige Schutzvorrichtung.

Vergleich Sauna/Infrarotkabinen

Mehr über Vorteile und Nachteile sowie die Unterschiede von Infrarotkabinen und Sauna lesen Sie in dem Artikel „ Infrarotkabinen – Heiße Luft “ (Konsument 12/2002). Einen neueren Artikel lesen Sie in Sauna im Selbstbau 12/2012.

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