Medikamente und Kosmetika: unerwünschte Wirkungen

Nebenwirkungen bitte melden!

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KONSUMENT 1/2017 veröffentlicht: 22.12.2016

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Wenn sich nach der Anwendung von Medikamenten, Medizinprodukten oder Kosmetika unerwünschte Wirkungen oder Unverträglichkeiten einstellen, sollten Sie diese unbedingt melden.

Unerwünschte Wirkungen

Medikamente können Beschwerden lindern, Krankheiten verkürzen oder gar heilen und oft genug auch Leben retten. Doch Medikamente, die wirksam sind, haben zwangsläufig auch unerwünschte Wirkungen. Diese können gesundheitsschädigend sein, mitunter sogar tödlich verlaufen. Bevor ein Medikament auf den Markt kommt, muss es Qualitäts- und Sicherheitsprüfungen bestehen. Auch die Wirksamkeit des Arzneimittels ist Bestandteil des Zulassungsverfahrens. Als Basis der Beurteilung dienen klinische Studien.

Mangelhafter Wirkungsnachweis

Im Rahmen unserer Medikamententests stellen wir allerdings immer wieder fest, dass es bei nicht wenigen Arzneimitteln an eindeutigen Nachweisen für eine therapeutische Wirksamkeit fehlt. Gründe dafür sind unter anderem, dass sich neue Medikamente nicht mit bereits auf dem Markt befindlichen wirksamen Präparaten messen müssen.

Für die Zulassung genügt etwa bereits der Nachweis, dass ein Mittel besser wirkt als ein Scheinmedikament (Placebo). Dass ein neuer Wirkstoff, der sich in seiner Wirksamkeit etwa gegen Milchpulver behaupten konnte, nicht unbedingt eine Innovation darstellt, erklärt sich von selbst. Neue Medikamente oder Wirkstoffe sind deshalb häufig keineswegs besser als bereits auf dem Markt befindliche Präparate.

Lückenhaftes Sicherheitsprofil

Auch das Sicherheitsprofil eines neuen Arzneimittels weist mehr oder weniger große Lücken auf. Mögliche unerwünschte Wirkungen treten oft erst nach der Zulassung zutage. Auch altbekannte Wirkstoffe haben diesbezüglich ihre Tücken – zum Beispiel, wenn sie mit einem anderen Wirkstoff kombiniert werden. Kombinationspräparate bergen prinzipiell ein höheres Risiko für unerwünschte Wirkungen, da sich die Nebenwirkungen addieren oder etwa auch Wechselwirkungen auftreten können.

In den Zulassungsstudien für viele auf dem Markt befindliche Medikamente wurden zudem Kinder, Schwangere, sehr alte Menschen oder Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen (etwa Nierenoder Lebererkrankungen) nur unzureichend oder gar nicht berücksichtigt. Für diese Fälle liegen folglich keine Erfahrungswerte vor. Ein weiteres Problem sind die relativ kleinen Teilnehmerzahlen in den Studien. Gleichfalls dürftig ist das Wissen, wenn es um die Anwendung bei chronisch Kranken geht, da die Testphase manchmal auf nur wenige Wochen begrenzt ist.

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Kommentare

  • Naiv und arrogant.
    von eNTi am 17.01.2017 um 11:50
    [Dass ein neuer Wirkstoff, der sich in seiner Wirksamkeit etwa gegen Milchpulver behaupten konnte, nicht unbedingt eine Innovation darstellt, erklärt sich von selbst.] Ist das so? Plazebo weisen einen relativ hohen Wirkungsgrad auf (~30%). Dieser muss in der Regel bei einem Medikament signifikant höher ausfallen um als solche zugelassen zu werden. Natürlich können sehr viele Personengruppen nicht (richtig) getestet werden, weil das aus ethischen Gründen nicht erlaubt ist? Natürlich muss auf darauf hingewiesen werden! Hier können weder die Industrie noch die vertreibenden Stellen in Schutz genommen werden. Das von Ihnen Verlangte ist jedoch schlicht nicht möglich.
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