Ostereier ausblasen: Aufpassen!

Vermeidung möglicher Salmonellen-Infektionen

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veröffentlicht: 11.03.2008, aktualisiert: 13.03.2008

Inhalt

Bunt bemalte, zumeist selbst ausgeblasene Eier dürfen zu Ostern nicht fehlen. Dabei gilt es einige Hygienemaßnahmen einzuhalten, um möglichen Lebensmittelinfektionen vorzubeugen.

In der Osterzeit genießen vor allem die Kleinsten mit Hingebung das Gestalten von ausgeblasenen Eiern. Das deutsche Bundesinstitut für Risikoforschung warnt, dass damit ein Gesundheitsrisiko einhergehen kann. Grund: Salmonellen können sowohl auf der Eischale als auch (seltener) im Ei-Inneren vorkommen. Wer solche Eier mit dem Mund ausbläst, läuft Gefahr, Salmonellen aufzunehmen, was eine Salmonellose, also eine schwere Durchfallerkrankung auslösen kann.

Kleinkinder gefährdet

Die Salmonellose ist häufig mit Erbrechen und Kopfschmerzen verbunden. Besonders gefährdet sind Kleinkinder unter fünf Jahren, ältere und kranke Menschen. Bei diesen Gruppen kann die Erkrankung einen schweren Verlauf nehmen und in Einzelfällen sogar tödlich ausgehen.

Hygiene

Damit dem Erschaffen der kleinen Osterkunstwerke und fröhlichen Ostern dennoch nichts im Wege steht, gilt es einige Hygieneregeln rund um das Eier-Ausblasen zu berücksichtigen:

  • Auspusten. Kinder sollten grundsätzlich keine Eier ausblasen.
  • Frisch. Ausschließlich frische und saubere Eier verwenden. Frische-Test: In einem Glas mit kaltem Wasser bleiben frische Eier am Boden. Ältere Exemplare stellen sich auf oder schwimmen oben. Grund: Je älter ein Ei, desto größer ist die Luftkammer im Inneren.
  • Waschen. Die Eier vor dem Ausblasen mit lauwarmem Wasser und Spülmittel reinigen.
  • Werkzeuge. Die Hilfsmittel zum Anbohren der Eier, wie zB Backnadeln, müssen sauber sein. Die Werkzeuge nach dem Einsatz gründlich reinigen.
  • Kein direkter Mundkontakt. Hilfsmittel zum Ausblasen verwenden: Strohhalme, Einwegspritzen, spezielle Blasebälge aus Bastlergeschäften.
  • Säubern. Eier nach dem Ausblasen und vor dem künstlerischen Gestalten außen und innen mit Wasser und Spülmittel reinigen, um Reste des rohen Eies zu entfernen. Arbeitsfläche und Hände nach dem Bearbeiten der Eier gründlich säubern.

Ohne Risiko

Eine gefahrlose Alternative für die Kleinsten ist das Bemalen von hart gekochten Eiern oder Eiern aus Kunststoff, Holz oder Styropor.

Lagerung

Eigelb und Eiweiß nach dem Auspusten bei maximal 7 Grad in geschlossenen Behältern im Kühlschrank aufbewahren und möglichst bald verarbeiten. Das rohe Ei nicht mit anderen Lebensmitteln in Berührung bringen. Wer auf Nummer sicher gehen will, verzichtet auf Speisen, die Roheier enthalten, wie zB selbst gemacht Majonäse. Beim Kochen und Backen hingegen werden mögliche Keime abgetötet. Voraussetzung ist, dass sowohl Eiklar als auch Eigelb vollständig gestockt sind.

Haltbarkeit

Das Gesetz erlaubt das Anbieten von ungekühlten Eiern im Supermarkt. Der VKI rät jedoch, gekochten und gefärbten Eiern aus dem Kühlregal den Vorzug zu geben. Kleine Risse in der Schale sind nicht immer erkennbar. Durch eine schadhafte Schale können Keime ins Innere dringen. Industriell gefärbte Eier sind mit einem Lack behandelt, der das Eindringen von Keimen verhindert, sofern die Schale intakt ist.

Nicht abschrecken

Ein Tipp für jene, die ihre Ostereier selbst kochen: Eier nach dem Kochen (ca. 10 Minuten) nicht abschrecken! Beim Abschrecken gelangen Wasser und mögliche Keime durch Risse und die poröse Schale in das Ei-Innere. Das verkürzt die Haltbarkeit auf wenige Tage.

Nach der Eiersuche am Ostersonntag sollten die Eier, egal ob selbst hart gekocht oder industriell bearbeitet, im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb von vier Wochen verzehrt werden. Voraussetzung für die lange Haltbarkeit: Die Schale muss vollkommen in Ordnung sein.

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