Espressomaschinen

Mit Schaum, bitte!

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Konsument 12/2008 veröffentlicht: 11.11.2008

Inhalt

  • Gutes Ergebnis bei den Espressi
  • Kapselgeräte und Vollautomaten im Test
  • Wieder Blei und Nickel im Wasser

Lesen Sie auch unseren Test: Espressomaschinen 12/2012

Noch nicht im Handel erhältlich

Espressomaschinen erleben einen Boom, insbesondere große Vollautomaten mit integriertem Mahlwerk und Portionsgeräte. Bei Letzteren musste sich unser Test, den wir gemeinsam mit der Stiftung Warentest ausgeführt haben, auf Modelle für Nespresso-Kapseln beschränken, weil zum Zeitpunkt des Einkaufs noch keine neuen Modelle anderer Anbieter wie Lavazza oder Nescafé in den Geschäften waren.

Espresso und Capuccino besonders beliebt

Wo verfügbar, wurde Sonderzubehör zum automatischen Milchschäumen dazugekauft, denn die Wiener Melange bzw. der Cappuccino mit möglichst festem, feinporigen Milchschaum sind nach dem Espresso die eindeutigen Favoriten der Kaffeeliebhaber. Als Qualitätskriterium bewertet wurde auch das beim Brühvorgang entstehende Schaumhäubchen (die Crema) auf dem Espresso. Es sollte sich nämlich keinesfalls gleich wieder verflüchtigen, weil es sozusagen als Aromasiegel dient.

Wenige Schwächen beim Espresso

Qualitativ überzeugenden Espresso herzustellen war für den Großteil der Testgeräte keine große Herausforderung. Als Sieger in diesem Bereich ging die DeLonghi Latissima EN 680 hervor. Nicht so recht überzeugen konnte hingegen der Espresso aus der Krups Espresseria EA 8080. Er war schwach und schmeckte wenig intensiv. Bei der insgesamt „guten“ Jura ENA 5 wiederum blieb die Crema hell und wenig meliert.

Cappuccino per Tastendruck

Der schnellste Weg zum Cappuccino führt über einen Tastendruck – diese Komfortfunktion bieten jedoch nicht alle Geräte an. Im Test waren es AEG Electrolux Caffè Grande CG 6600, DeLonghi Perfecta cappuccino ESAM 5500 und Jura Impressa C9 sowie weiters Philips One Touch HD5730 und die Kapselgeräte Siemens Porsche Design und DeLonghi Latissima. Letztere verfügen zusätzlich über eine Taste für Latte macchiato, dessen Besonderheit es ja ist, dass heiße Milch, Espresso und Milchschaum in einem Glas übereinandergeschichtet werden.

Zuwenig Platz unter dem Auslauf

Der gewünschte optische Eindruck entsteht zwar immer, doch nur bei der DeLonghi Latissima EN 680 wird das Glas tatsächlich bis oben angefüllt. Ärgerlich ist, dass die etwas höheren Macchiato-Gläser bei der Philips-Maschine nur schräg unter den Auslauf passen.

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Kommentare

  • Kapselgeräte immer attraktiver
    von Mag Zirnig am 04.02.2010 um 00:04
    Mittlerweile können Portionsmaschinen also auch schon echte Milch mitverarbeiten. Das macht sie trotz gestiegener Gerätepreise, Reinigungsaufwand für die Milchteile und Kapselmüll noch attraktiver, zählt man die übrigen Vorteile dazu: sie sind generell leiser und weniger reparaturanfällig als Mahlwerkgeräte, stellen den Kaffee heiß genug bereit, und die luftdichten Kapseln vereinfachen die Kaffeelagerung. -.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-. Auch die Brühsysteme sind den Vollautomaten ebenbürtig. Die getesteten DeLonghi-Geräte arbeiten mit einem Pumpendruck über 15 bar, ab dem man von echtem Hochdruck-Espresso sprechen kann, während die Portionsgeräte aus dem Heft 12/2009 bzw. 1/2007 weit darunter liegen und somit nur besseren Filterkaffee bereiten. Das ist zwar nicht bei allen Geräten ein Garant für besseren Geschmack, aber auf jeden Fall ein Indiz für die Magenfreundlichkeit der Zubereitung, sodass eine eigene Tabellenspalte Pumpendruck bei zukünftigen Tests sinnvoll wäre. Auch einen Geschmackstest mit koffeinarmen Kapseln (bzw. Pulver bei Vollautomaten) und unterschiedlichen Milchsorten fände ich spannend. -.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-. Rätselhaft ist mir, wieso der Cappuccino aus der DeLonghi EN-180 den Testern besser geschmeckt hat als der des Schwestermodells aus gleichem Haus mit gleicher Pumpe und gleicher Kaffeemischung (Livanto-Kapseln). Kommen solche Geschmacksunterschiede vielleicht durch die Wassermenge zustande, die pro Brühvorgang werkseitig eingestellt ist? Wird beim Cappuccino der Espresso einmal mehr und einmal weniger mit Wasser gestreckt? Bei den DeLonghi-Portionsmaschinen kann man die Milch- und Wassermenge jederzeit selbst verändern und sich so mit verschiedenen Kapselsorten seinen persönlichen Wunschkaffee maßschneidern. Einziger Nachteil: persönliche Einstellungen für mehrere Benutzer sind nicht möglich, im Mehrpersonenhaushalt muss jeder nach Augenmaß portionieren. -.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-. Die Angabe "Max. Tassenhöhe" ist etwas irreführend. Die angegebenen Zentimeter beziehen sich auf den Abstand zwischen Auslauf und niedrigster Stufe der Abstellfläche (soweit höhenverstellbar). Beim Testsieger von DeLonghi entsteht aber beim Absenken der Abstellfläche eine nur 7 cm breite Nische, in die keine Kaffeetasse mehr hineinpasst, sondern nur schmale Longdrink-Gläser. Die maximale Tassenhöhe ist dort also nur 8,5 cm. Die Zusatzbezeichnung Lattissima tragen übrigens auch andere DeLonghi-Modelle mit abweichenden Eigenschaften – da muss man beim Kauf aufpassen! -.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-. Statt die ineffektiven Wärmeflächen zu benutzen, kann man die Tasse mit dem Heißwasser wärmen, das eigentlich für die täglich notwendige Reinigung der Milchzuleitungen gedacht ist. Die Alternative - die Tassen wassergefüllt in der Mikrowelle vorzuwärmen – ist noch umständlicher. Generell kann man sagen, dass die die kompakten Kapselgeräte im Einzelbetrieb und bei vier bis fünf Besuchern praktikabel sind, im sog. Feierbetrieb , also bei mehr Gästen, aber an ihre Grenzen stoßen.
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