SchönheitsoperationenMit kleinen Schnitten zum Idealvon Isabella GazarWie sind die Erfolgsaussichten, wo liegen die Risiken und was kosten diese Operationen? Der Konsument-Ratgeber informiert kritisch und kompetent. 128 Seiten Veröffentlichung: 22.05.2003 ISBN: 3-902237-09-7 Preis: € 4,00 Zahlbar mit Online-Zahlung, ZahlscheinLeseprobe
Leseprobe Schönheitsoperationen
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Noch gehört der Gang zum plastischen Chirurgen in Österreich nicht zum alltäglichen Leben, trotzdem boomt das Geschäft. Fett absaugen, Brust vergrößern – Sehnsucht nach der Idealfigur und Leidensdruck lassen Betroffene meist tief in die Tasche greifen. Mehr Arbeit für den Patientenanwalt Der Beauty-Trend beschert aber nicht nur Ärzten, sondern auch dem Patientenanwalt mehr Arbeit: „ Mindestens einmal pro Woche landet auf meinem Tisch eine Beschwerde über einen missglückten Eingriff – mit steigender Tendenz“, so der Wiener Patientenanwalt Dr. Walter Dohr. Dass eine Schönheitsoperation – wie jeder andere Eingriff – immer eine Risiko ist und es zu Nebenwirkungen, wenn nicht gar Komplikationen kommen kann, wird in der öffentlichen Debatte gern verschwiegen. „Betroffene müssen wissen, was auf sie zu kommt, sie brauchen mehr Sicherheit und Klarheit“, fordert der Obmann des Verein für Konsumenteninformation (VKI), Dr. Harald Glatz bei einer Pressekonferenz anlässlich der Präsentation des neuen Konsument-Ratgebers "Schönheitsoperationen". Deshalb haben sich die Konsumenten-Vertreter dieser Thematik angenommen und informieren in ihrem neuen Ratgeber umfassend über Methoden der kosmetischen Chirurgie, deren Erfolgsaussichten, aber auch über deren Risiken. Ebenso werden die Kosten transparent gemacht – denn schließlich geht es um viel Geld. Genaue Zahlen gibt es nicht Schönheit nach Maß ist inzwischen nicht nur machbar, sondern wird auch zunehmend gesellschaftsfähig. Zwar haben wir noch keine amerikanischen Verhältnisse, wo der Gang zum Schönheitschirurgen zum guten Ton und die Diskussion über das Für und Wider zum zeitgeistigen Smalltalk gehört. Doch die Möglichkeit, der Natur ein Schnippchen zu schlagen und seine Attraktivität mithilfe von Skalpell, Spritzen und Laser zu steigern, wird auch hier zu Lande immer häufiger in Erwägung gezogen. Dr. Wolfgang Rohrbacher, Facharzt für plastische Chirurgie am LKH St. Pölten und in einer Wiener Privat-Klinik tätig, ortet gar den Trend, Schönheits-Chirurgie als Körperpflege im weitesten Sinn zu sehen: „ Das wird kommen, so wie etwa Haare färben. Wir bewegen uns darauf zu.“ Freilich: Wie viele Schönheits-Operationen in Österreich zu verzeichnen sind, und wie sich die Entwicklung der letzten Jahre darstellt, darüber gibt es keine genauen Zahlen. Man weiß nur: Sie tut es (hauptsächlich), er tut es (zunehmend) – aber über die tatsächlich durchgeführten Eingriffe gibt es keine Statistik. Anders in den USA: Dort werden nicht nur, wie in Österreich, die Fälle der Wiederherstellungs-Chirurgie dokumentiert, sondern auch Schönheits-Operationen sowie kosmetische Eingriffe wie etwa Botox-Injektionen, chemische Peelings und dergleichen. Aus dem aus den USA vorliegenden statistischen Material lassen sich aber auch für Österreich Trends ableiten, so Dr. Jörg Knabl, Facharzt für Plastische Chirurgie: „ Welche Behandlungen die Patienten vornehmen lassen, verläuft in Österreich durchaus parallel.“ Die fünf häufigsten Schönheitsoperationen in den USA
Im Bereich der kosmetischen Eingriffe stehen Botox-Behandlungen, chemische Peelings und Dermabrasion (mechanische Hautabschürfung) auf der Liste ganz oben. Nicht nur bei Frauen, sondern auch bei Männern. Speziell der Faltenkiller Botox, ein Bakteriengift, ist in den letzten beiden Jahren in den USA verstärkt zum Einsatz gekommen. Beschwerden nehmen zu Dass die Trends in Österreich ähnlich verlaufen, bestätigt auch der Wiener Patientenanwalt Dohr. Mehr Operationen führen auch zu mehr Beschwerden, und die meisten betreffen Brustvergrößerungen und Fettabsaugungen: „ Ich habe Patientinnen nach einer unprofessionellen Fettabsaugung gesehen, da ist Orangenhaut dagegen ein Lercherl.“ Für Dohr besteht das Problem darin, dass Schönheitsoperationen nicht nur erfahrenen Spezialisten vorbehalten sind: „Schönheits-Chirurgie ist kein eigenes Fach, jeder Mediziner kann die Eingriffe in seiner Ordination durchführen. Nachdem die Krankenkassen nur in ganz seltenen Fällen für die Kosten aufkommen, geht es um viel Geld. Komplikationen und Risiken, die Patienten abschrecken könnten, werden dann verharmlost oder gar verschwiegen.“ Beratung und Betreuung sind jedoch das Um und Auf, bestätigen auch die plastischen Chirurgen Knabl und Rohrbacher. Ein seriöser Arzt wird nicht nur über die Risiken, sondern auch über die Grenzen des Machbaren informieren. Und in manchen Fällen auch einen Eingriff ablehnen. Neuer Ratgeber mit allen wichtigen Informationen Um Interessierte über den Bereich Schönheits-Operationen und kosmetische Eingriffe gründlich zu informieren, gibt der VKI einen Ratgeber heraus, der alle Methoden genau beschreibt und auch Risiken nicht verschweigt. Die Autorin des Buches, Dr. Isabelle Gazar, selbst Pharmazeutin, legte dabei Wert auf einen besonders nahen Zugang zu Betroffenen: „Frauen, und das ist ja die Hauptklientel, wird vermittelt, was Sie tatsächlich erwartet, wenn sie den einen oder anderen Eingriff durchführen lassen.“ So wird beispielsweise Frauen mit dem Wunsch nach einer Brustvergrößerung der Tipp gegeben, sich einen Büstenhalter mit der gewünschten neuen Größe anzuschaffen. Der Arzt wird dann mithilfe dünner, wassergefüllter Plastiksäckchen die Oberweite so vergrößern, dass der BH optimal passt. Dadurch kann frau feststellen, ob die Wünschgröße tatsächlich das Wahre ist. Keine Verharmlosung Methoden werden im VKI-Ratgeber nicht verharmlost, sondern offen beschrieben. So findet man etwa bei den Ausführungen über Dermabrasion die Information, dass mit Hilfe einer Diamantfräse die Haut regelrecht abgeschliffen wird. Eine im Nachhinein sehr schmerzhafte Angelegenheit, die noch dazu nur von einem wirklichen Spezialisten gemacht werden darf. Wenn etwas schief geht „Betroffene müssen wissen, was auf sie zukommt“, erläutert VKI-Obmann Glatz den schonungslosen Zugang zum Thema. Das betrifft auch das Finanzielle, denn nur in seltenen Fällen – wenn durch den Makel ein Gesundheitsproblem entsteht – zahlen Krankenkassen die Schönheitsoperationen. Glatz warnt auch davor, aus Kostengründen ins benachbarte Ausland zu fahren: „ Die Preise sind zwar wesentlich niedriger, das Risiko, dass eine Operation misslingt, aber höher. Fließbandartige Schönheitsindustrie geht meist zu Lasten der Patienten, da ist für Beratungsgespräche kaum Zeit.“ Sollte tatsächlich etwas schief gehen, stehen Patienten dann alleine da. Viele heimische Chrirurgen sind nicht bereit, das, was im Ausland verpfuscht wurde, wieder auszubügeln. Operation misslungen: Was tun? Falls in Österreich eine Operation misslingen sollte, haben Konsumenten mehrere Möglichkeiten zu Ihrem Recht zu kommen, erläutert Glatz. Die einfachste Lösung ist, zum Patientenanwalt zu gehen, der schnell und unbürokratisch hilft. Wesentlich langwieriger und komplizierter ist ein Rechtsstreit vor Gericht. Jeder Anwalt wird dabei zu einem Vergleich raten. In den meisten Fällen zahlt dann die Versicherung des Arztes. Wurde im Spital operiert, können Betroffene über den Patientenanwalt auch Geld aus dem so genannten Entschädigungsfonds erhalten. Immer stellt sich dabei aber die Frage, ob der Schaden wirklich im Haftungsbreich des Arztes liegt. Situation für Konsumenten verbessern Patientenanwalt Dohr hält folgende Maßnahmen für notwendig:
VKI-Tipps zur Risiko-Begrenzung
Bibliographie
Isabella Gazar: Konsument extra "Schönheitsoperationen - Erfolgsaussichten, Risiken und Kosten". Patientenratgeber mit zahlreichen Fotos; hrg. vom Verein für Konsumenteninformation; Wien Mai 2003; 128 Seiten, Paperback, ISBN 3-902273-09-7; 4 Euro (exklusive Versandspesen)
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7 Kunst am Körper 8 Ewige Jugend 13 Augen 14 Von Lachfalten und Krähenfüßen 23 Mund 24 Perfektes Lächeln
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