Allergene in Lebensmitteln

Blinde Passagiere

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Konsument 10/2005 veröffentlicht: 15.09.2005

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  • Häufig finden sich Allergieauslöser in scheinbar harmlosen Speisen
  • Jetzt werden die Kennzeichnungsbestimmungen verschärft

Steigende Zahl Betroffener

Immer mehr Menschen werden allergisch. Schätzungen zufolge ist jeder fünfte Österreicher von einer allergischen Erkrankung betroffen. Auslöser können Blütenpollen, Hausstaubmilben, Medikamente – oder eben Nahrungsmittel sein. Die Zahl der Betroffenen von „echten“ Nahrungsmittelallergien wird auf 0,3 bis 7,5 Prozent geschätzt – diese Ungenauigkeit zeigt, wie wenig man eigentlich über diese Geißel unserer Zeit Bescheid weiß. Wesentlich höher ist (vermutlich) die Zahl derer, die eine sogenannte „Pseudoallergie“ haben.

"Pseudoallergien"

Für den Betroffenen ist das um nichts angenehmer als eine „echte“, da die Symptome oft ähnlich sind. Nur die Ursache ist eine andere: Während Allergien immer auf einer Überreaktion des Immunsystems (Antikörperbildung) basieren, ist bei Pseudoallergien das Immunsystem nicht beteiligt: Hier bewirken Stoffe, die im Lebensmittel enthalten sind, dass der Körper Histamin ausschüttet, was zu allergieähnlichen Symptomen führt.

Nicht ungefährlich

Allergien (gleich welcher Art) dürfen nicht auf die leichte Schulter genommen werden, echte Allergien können sogar lebensbedrohliche Ausmaße annehmen. Die Symptome reichen von Hautrötung, Übelkeit, beschleunigtem Herzschlag, heftiger Atemnot, Schwindel bis zur Bewusstlosigkeit und zum Tod infolge Kreislaufversagen.

Erdnüsse als Risikofaktor

Zu den häufigsten Auslösern von Nahrungsmittelallergien zählen Kuhmilch, Hühnereiweiß, Fisch und Schalentiere sowie Erdnüsse und Haselnüsse. Besonders Erdnüsse sind gefährlich: Schon eine ganz geringe Menge kann eine allergische Reaktion hervorrufen – 0,1 Gramm; bei Milch sind es im Vergleich dazu 5 Gramm. Die Reaktion erreicht nicht selten lebensbedrohliche Zustände, Todesfälle werden vor allem aus den USA und Großbritannien gemeldet.

Außerdem sind die Allergene hitzestabil und resistent gegenüber Verarbeitung. Das bedeutet: Während bei den meisten anderen Nahrungsmittelallergien das Allergiepotential durch Verarbeitung reduziert werden kann, bleibt es im Fall der Erdnuss gleich oder wird im Gegenteil sogar noch erhöht, etwa durch Rösten.

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Bild: VKI