Bierzapfsysteme im Test

O`zapft is!

Seite 1 von 5

Nächsten Inhalt anzeigen
Konsument 6/2008 veröffentlicht: 16.05.2008, aktualisiert: 28.05.2008

Inhalt

  • Zapfgeräte brauchen lange zum Kühlen  
  • Versprechen „30 Tage frisch“ wird nicht erfüllt
  • Dosenbier ist am billigsten

Fass, Dose oder Flasche?

Vollkommen egal, ob wir das Wunder von Cordoba ein zweites Mal erleben oder Österreich nur Statist sein wird. Eines wird dieser Tage wohl zum Grundnahrungsmittel ausgerufen werden: das Bier. Bis zum Anpfiff macht sich so mancher Fußballfan wohl seine Gedanken, in welchem Gebinde er das kühle Blonde zu Hause vor dem Fernseher servieren soll. Klassisch aus Flasche und Dose oder mit einem Hauch von Extravaganz – frisch vom Fass gezapft, mit edler Schaumkrone und perfekt gekühlt.

Aufreißen am einfachsten

Ganz unabhängig von Preis, Image oder Optik geht es beim Biertrinken natürlich in erster Linie um den Genuss. Auch Lagerung, Transport und Kühlung sollten möglichst wenig Probleme bereiten. Hier haben die traditionellen Gebinde wie Flasche und Dose die Nase vorn. Mit ihnen bleibt man flexibel, sie sind leicht zu transportieren und brauchen wenig Platz. Stilechter hingegen ist zweifelsohne das Bier vom Zapfhahn. Wir haben zwei Systeme getestet, den BeerTender und das DRAUGHT KEG.

Hoher Geräuschpegel

Der BeerTender funktioniert ähnlich wie eine Espressomaschine. Er gleicht ihr auch in puncto Geräuschentwicklung – die integrierte Pumpe wurde von unseren Testern als recht laut empfunden. Reinigen, Fass einsetzen und Fass wechseln aber ging völlig problemlos von der Hand. Das DRAUGHT KEG ist technisch weniger anspruchsvoll und wird im Kühlschrank auf Betriebstemperatur gebracht. Sowohl der BeerTender 4 Liter als auch das 5-Liter-Fass von DRAUGHT KEG sind nicht ganz so einfach zu transportieren wie eine Dose oder Flasche und brauchen relativ viel Platz.

Teure Schank

Wer primär auf den Preis schaut, fährt mit der Dose am billigsten. Ein Seidel kommt im Blechgebinde auf gerade einmal 0,82 Euro. Dicht gefolgt von der Flasche mit 0,90 Euro. Das Bier aus dem Tender kommt selbst ohne Berücksichtigung der Anschaffungs- und Energiekosten am teuersten. Wer sein Bier mit Stil zapfen möchte, zahlt dafür rund 10 Prozent mehr und kommt so auf 1,02 Euro pro Seidel. Dazu kommt für das BeerTender-Gerät ein Anschaffungs- preis zwischen 249 und 299 Euro sowie ein Pfand von 5 Euro pro Fass.

Wegwerf-System

Auch das DRAUGHT-KEG-System liegt mit 0,99 Euro für 0,33 Liter Bier in der gehobenen Preisklasse. Für umweltbewusste Biertrinker sei erwähnt, dass das Gebinde als Wegwerfprodukt verkauft wird. Nach Rückfrage bei der ARA kann das Fass- System, obwohl es Kunststoffbestandteile enthält, allerdings immerhin im Altmetallcontainer entsorgt werden.

Bewertung

Wertung: 2 von 5 Sternen
8 Stimmen
Weiterlesen
Bild: VKI