Bio-Lebensmittel

Hinter der Idylle

Seite 1 von 5

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 8/2013 veröffentlicht: 25.07.2013

Inhalt

Das Geschäft mit Bio-Lebens­mitteln brummt. Doch die ­heile Welt der glücklichen Hühner hat Risse bekommen. - Zwei kritische Bücher sorgen für Diskussionen.

Karl Schweisfurth war einmal der größte Fleischverarbeiter Europas. Auf seinen Schlachtbänken landeten pro Woche 25.000 Schweine und 4.000 Rinder. Irgendwann hatte der Wurstbaron vom blutigen Massengeschäft "die Schnauze voll", wie er der ­Tageszeitung "Kurier" Anfang dieses Jahres anvertraute.

Er verkaufte sein Imperium an den Nestlé-Konzern; und später die österreichische Firma Stastnik, bekannt für ihre Dauerwürste, an das Wiener Unternehmen Radatz. Das Vermögen aus diesen Deals steckte er in eine Stiftung, die sich mit der Frage beschäftigt, wie man "besser im ­Einklang mit der Natur leben kann".

Gammelfleisch, Kunstkäse, Pferdefleischskandale

Nicht nur ein ehemaliger prominenter ­Fleischindustrieller hat die Nase voll: Auch immer mehr Konsumenten reicht es. Gammelfleisch, Kunstkäse und zuletzt der Pferdefleischskandal ließen die Emotionen hoch­gehen. "Trau, schau, wem?", fragen sich viele Kunden, wenn sie ratlos vor über­quellenden Regalen stehen und sich entscheiden müssen, welchem Produkt oder besser ­Werbespruch sie vertrauen.

Vorzüge von Bio-Produkten

Von dieser Unsicherheit profitiert vor allem der Bio-Markt. Oder, wie es Martina Hörmer, die Geschäftsführerin von Ja! Natürlich, der Bio-Eigenmarke des Rewe-Konzerns, ausdrückt: "Durch Skandale werden auch immer wieder die Vorzüge von Bio in den Fokus ­gerückt." Dass die Botschaft bei den Kunden ankommt, zeigen die Verkaufszahlen, die im letzten Jahr weiter zu­legen konnten. Und ein Ende dieses Trends ist nicht in Sicht.

Supermärkte groß im Geschäft

Nur bei Wurst und Schinken sowie Fleisch und Geflügel halten sich die Käufer noch zurück, weil diese Produkte deutlich teurer sind als konventionell her­gestellte Ware. Dafür wanderten 2012 für Milch, Eier und Joghurt aus biologischer ­Erzeugung gleich einmal 85 Millionen Euro in die Kassen der Supermärkte, wie die AMA (Agrarmarkt Austria) ausrechnete. Und genau davon hat wiederum Clemens Arvay die Nase gestrichen voll.

"Der große Bio-Schmäh"

Clemens wer? DI Clemens Arvay, 1980 in der Steiermark geboren, studierte in Wien und Graz Biologie sowie angewandte Pflanzenwissenschaft. Nach einem Gastspiel bei der Umweltorganisation Global 2000 heuerte er bei Zurück zum Ursprung, der Bio-Eigen­marke von Hofer, als Qualitätsmanager für Obst und Gemüse an. Was er dort sah und ­erlebte, gab ihm die Idee für ein Buch, das 2012 unter dem Titel "Der große Bio-Schmäh" erschien.


Lesen Sie auch:

Die folgenden Seiten dieses Artikels sind kostenpflichtig.

Falls Sie Abonnent sind, melden Sie sich bitte an:
 
Falls Sie kein Abonnent sind, wählen Sie bitte eine der folgenden Optionen:

KONSUMENT-Abo

52 Euro: 12 Hefte + Online-Zugang  Mehr dazu

KONSUMENT-Online-Abo

25 Euro: 12 Monate Online-Zugang  Mehr dazu

Online-Tageskarte

5 Euro: 24 Stunden Online-Zugang  Mehr dazu

Inhalt

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
19 Stimmen
KONSUMENT-Probe-Abo