Bleiverseuchte Urlaubssouvenirs

Glasur gibt Blei ab

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Konsument 11/2006 veröffentlicht: 10.10.2006, aktualisiert: 18.10.2006

Inhalt

Säuren lösen Blei aus der Glasur.

Saures in der Schüssel

Vor einigen Wochen luden wir „Konsument“-Leserinnen und -Leser ein, uns Urlaubssouvenirs aus Keramik zum Schwermetalltest zu schicken. Da bei sauren Lösungen, etwa Fruchtsaft oder Salatdressing, die größte Gefahr besteht, dass Blei aus dem Geschirr gelöst wird, füllten wir geringe Mengen vierprozentiger Essigsäure (in Essig sind zirka 7 bis 8 % Essigsäure enthalten) in die Gefäße und ließen die Lösung für eine bestimmte Zeit einwirken.

Gesundheitsgefährdende Belikonzentrationen

In mehr als der Hälfte aller Fälle wurden wir fündig und stießen in einigen der Lösungen auf Bleikonzentrationen in gesundheitsgefährdender Höhe. Zwei Proben überschritten den Grenzwert für Mineralwasser (10 Mikrogramm pro Liter) gar um das 10.000-Fache. Fazit: Im Urlaub erstandene Teller, Tassen und Becher aus Keramik sollten auf keinen Fall als Ess- oder Trinkgeschirr benutzt werden.

Ungeborene, Kinder und Raucher

Blei reichert sich im Körper an. Regelmäßig aufgenommen können schon geringe Mengen zu einer chronischen Vergiftung führen. Besonders gefährdet sind Ungeborene und Kinder, aber auch Raucher, die gewisse Mengen des Schwermetalls bereits über den Tabak konsumieren. Symptome einer Bleivergiftung sind gelblich-blasse Haut, Magen-Darm-Störungen, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen oder Schwindelgefühle, geistige Störungen verbunden mit erheblichen Gemütsschwankungen, etwa Wutausbrüchen. In schweren Fällen kann es zu Nervenschädigungen mit Todesfolge kommen.

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