Brot-Recycling

Schweigen oder bestreiten

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Konsument 6/2004 veröffentlicht: 17.05.2004

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Na, Mahlzeit: Nicht verkauftes Altbrot darf wieder aufgearbeitet werden.

Brot von gestern

Nichts ist so alt wie die Zeitung, aber auch das Brot von gestern. Zwar gibt es durchaus Brotsorten, vor allem dunklere mit Vollkorn- oder Roggenmehl, die sich länger halten. Dennoch haftet dem Brotlaib oder dem Semmerl vom Vortag der Ruch des Altbackenen an. Manche Bäcker verkaufen liegen gebliebene Ware am nächsten Tag um den halben Preis. In Supermärkten wird nicht verkauftes Brot oder Gebäck aber an den Lieferanten zurückgeschickt.

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Das heißt jedoch nicht, dass dem ahnungslosen Konsumenten die überständigen Backwaren nicht wiederum begegnen könnten. „Altbrot wird zur Erzeugung frischer Produkte mit Wasser aufgeschlemmt und je nach Rezept dem jeweiligen Teig zugesetzt“, meinte die Sprecherin einer großen Wiener Bäckerei.

Branchenübliche Vorgangsweise

Diese Vorgangsweise ist in der Branche durchaus üblich. Und: Der Österreichische Lebensmittelcodex erlaubt dies auch ausdrücklich „um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden sowie zur Geschmacks- und Aromabildung“. Tatsächlich hat die Altbrot-Beimengung Vorteile: Der Teig wird lockerer. Und Semmelbrösel und Semmelwürfel sind, genau betrachtet, ja auch nur wiederaufgearbeitetes Gebäck.

Einige zogen es vor zu schweigen

Nicht klar ist, wie viele Betriebe dieses Brot-Recycling praktizieren. Andere Unternehmen zogen es vor, auf unsere Umfrage entweder gar nicht zu antworten oder das Brot-Recycling in Abrede zu stellen. Zurückgenommenes Altbrot wird demzufolge an soziale Einrichtungen verschenkt, an Tierzüchter als Futter weitergegeben oder zur Biogaserzeugung verwendet.

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Bild: VKI