Ernährung: Mythen und Märchen

Oft behauptet, trotzdem falsch

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Konsument 9/2005 veröffentlicht: 22.08.2005

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Oft behauptet, aber trotzdem nur halbrichtig oder überhaupt falsch: Was von einigen gängigen Aussagen rund ums Essen zu halten ist.

Aussage 1: "Vollkornbrot enthält ganze Körner und ist dunkel"

Kann sein

Muss aber nicht. Vollkorn bedeutet, dass das ganze Getreidekorn inklusive seiner wertvollsten Bestandteile, Keimling und Randschichten, verarbeitet beziehungsweise vermahlen wurde – ob grob oder fein, ist ganz egal. Vollkornbrot muss also weder ganze Körner noch groben Schrot enthalten, sondern kann auch ausschließlich aus fein gemahlenem Vollkornmehl gebacken werden. Es braucht auch nicht dunkel zu sein.

Das ist nur das Roggenvollkornbrot. Weizenvollkornbrot dagegen ist eher hell. Aber: Nicht jedes dunkle Brot ist automatisch Roggenvollkorn. Eine dunkle Färbung kann auch mit Malzzusatz erzielt werden. Und wie ist das mit den beliebten Mehrkornbroten? Mehrkorn bedeutet lediglich, dass mehrere Getreidesorten verarbeitet wurden. Dabei muss es sich nicht unbedingt um Vollkorn handeln.

Aussage 2: " Eier sind schlecht für den Cholesterinspiegel"

Stimmt nicht

Eier enthalten zwar tatsächlich viel Cholesterin, aber das eine oder andere Ei hat auf den körpereigenen Cholesterinspiegel meist wenig Einfluss. Er wird in erster Linie von der Gesamtfettaufnahme und der Fettzusammensetzung bestimmt. Sofern Sie gesund und nicht übergewichtig sind, sich ausgewogen und fettarm ernähren, dürfen Sie ruhigen Gewissens drei bis vier Eier pro Woche verzehren. Schließlich sind Eier ja auch reich an Vitaminen (A, D, E, K, B und Folsäure).

Aussage 3: " Brauner Zucker ist wertvoller als weißer"

Falsch

Vollzucker hat zwar mehr Inhaltstoffe (unter anderem Kalium, Magnesium) als weißer Zucker, doch nur in ganz geringen Mengen. Zudem ist nicht jeder braune Zucker automatisch ein Vollzucker. „Brauner Zucker“ ist raffinierter (gereinigter) Zucker, dessen Farbe durch Reste von Zuckersirup oder Hitzeeinwirkung entsteht. Er süßt etwas weniger als weißer und schmeckt leicht malzig oder karamelartig. Gesünder als weißer ist er nicht. Das gilt übrigens auch für Vollzucker.

Aussage 4: " Schokolade macht glücklich"

Stimmt teilweise

Vor allem während der dunklen Jahreszeit überfällt viele der Heißhunger nach Süßem. Und allein schon die Kombination aus Zucker, Aromen und zart schmelzender Kakaomasse im Mund kann für ein rundum wohliges Gefühl sorgen. Zusätzlich wirkt Schokolade stimmungsaufhellend, weil sie – genauer gesagt ihr Zuckergehalt – die Produktion des Glückshormons Serotonin günstig beeinflusst. Doch was der Zucker der Schokolade vermag, das vermögen sämtliche Kohlenhydrate – also auch solche aus Bananen, Brot oder Nudeln.

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Bild: VKI