Feta-Käse: Griechisch ...?

... nein, deutsch

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Konsument 7/2003 veröffentlicht: 18.06.2003, aktualisiert: 25.06.2003

Inhalt

Ein Feta-Käse in Salzlake stammt aus Deutschland.

Lockend liegt die Käsepackung im Kühlregal. Darauf das Bild eines griechischen Hirten vor grünen Zypressen. „Wie frisch vom Markt“ soll laut Werbebotschaft der Weißkäse in Salzlake schmecken, der den urgriechischen Namen „Patros Feta pur“ trägt. Tatsächlich ist Fetakäse eine Spezialität aus Griechenland und wird traditionell aus Schafmilch hergestellt.

„Patros Käse in Salzlake, hergestellt aus Kuhmilch“

Nimmt man aber den Käse aus dem Regal und dreht ihn um, ist’s aus mit der ägäischen Idylle. Da liest der erstaunte Konsument: „Patros Käse in Salzlake, hergestellt aus Kuhmilch“. Und zwar von einer Käserei in Deutschland.

Rechtlich ist die Sache korrekt

Rein rechtlich ist die Sache leider korrekt. Die so genannte Sachbezeichnung auf der Rückseite „…hergestellt aus Kuhmilch“ tut den Anforderungen der Lebensmittelkennzeichnung vollauf Genüge. Aber kein Mensch reißt sich um deutschen Weißkäse aus Kuhmilch in Salzlake. Daher wurde das Produkt auf den schönen Namen Patros Feta getauft, um einen mediterranen Eindruck zu erwecken. Doch eine Kostprobe bringt es an den Tag: fade Kuh statt würzigem Schaf.

Konsumenten fühlten sich gefrotzelt

Mehrere Konsumenten fühlten sich gefrotzelt, als wir ihnen auf ihre Beschwerde antworten mussten, dass hier alles in Ordnung geht. Der Gesetzgeber, der dies zulässt, verdient eine dicke Zitrone! Und wer original griechischen Fetakäse will, muss ihn in einem Spezialitätengeschäft erstehen.

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