Fleisch: halal oder koscher

Rituell geschlachtete Tiere

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KONSUMENT 11/2013 veröffentlicht: 24.10.2013, aktualisiert: 27.02.2014

Inhalt

Immer öfter finden sich in Supermärkten Fleisch und Fleischprodukte, die mit einem Halal-Gütesiegel ausgezeichnet sind. In jüdischen Fleischhauereien gibt es dagegen koscheres Fleisch zu kaufen. Voraus­setzung für beides ist die rituelle Schlachtung von Tieren.

Wer sich für das Angebot in den Kühlvitrinen der Supermärkte interessiert, stellt fest: Der Markt für Fleisch und Wurst, die mit der Auslobung "halal" versehen sind, wächst. Und das nicht nur bei uns. In Frankreich gibt es inzwischen Bio-Halal-Fleisch zu kaufen, in Großbritannien und den USA bietet McDonald’s Halal-Burger an und bei einigen britischen Supermarktketten lassen ganze Halal-Regale bei der muslimischen Ziel­gruppe keinen Wunsch offen.

Halal = erlaubt

Halal Kebapstand (Bild: VKI)
Immer mehr Kebap-Stände
weisen darauf hin, dass
ihre Produkte halal sind
(Bild: Tacha/VKI)

Das Wort "halal" oder auch "helal" stammt aus dem Arabischen und bedeutet "erlaubt, zulässig, rein". Halal-Produkte entsprechen dem islamischen Religionsgesetz (Scharia) und können von den Gläubigen guten ­Gewissens konsumiert werden.

Von Natur aus halal sind Frischmilch, frisches Obst und Gemüse, Eier und pflanzliche Öle. Ebenfalls erlaubt ist das Fleisch von Rindern, Schafen, Ziegen und Geflügel.

Haram = verboten

Das genaue Gegenteil von halal ist "haram", was so viel wie "verboten, unzulässig" bedeutet. Alkoholische Getränke, aber auch Alkohol in Nahrungsmitteln wie z.B. in Pralinen oder Kuchen sind für Muslime tabu. Schweinefleisch und daraus gewonnene ­Zutaten wie Gelatine gehören ebenfalls zu den verbotenen Lebensmitteln. Auch das Fleisch von Pferden und Eseln ist haram, weil diese Tiere zum Tragen von Lasten bestimmt sind.

Verunreinigungen durch verbotene Zusätze

Die Einteilung in erlaubt und verboten ist ­allerdings nicht immer ganz einfach. Durch die moderne Lebensmittelverarbeitung kann es bei der Herstellung von Nahrungsmitteln leicht zu Verunreinigungen kommen, etwa durch verbotene Zusätze wie bestimmte Emulgatoren, Aroma- oder Farbstoffe.

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10 Stimmen

Kommentare

  • Grausam und völlig unnötig!
    von sidestep am 02.01.2014 um 10:48
    Leider wird in Österreich kaum und wenn, nur sehr dezent (mit wem will man es sich da nicht verscherzen?)über das Schächten berichtet - ich selbst esse seit jeher wenig Fleisch, kaufe fast alles bei einem kleinen Familienbetrieb (österr. Fleischhauer), leider der letzte in meinem Bezirk nachdem ich es mir einmal angetan habe, ein Video übers Schächten zu sehen, achte ich doppelt darauf, kein solches Fleisch zu kaufen (in Frankreich gab es diesbezüglich schwere Beanstandungen bzgl. mangelnder Hygiene, einige Kinder sind daran verstorben, natürlich wurde bei uns nur in dem Mainstream-Medien nicht darüber berichtet). Ich wünsche mir dahingehend auch beim KONSUMENT offene und political-correctnessfreie Berichterstattung! Unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit wird leider viel zu viel gestattet was eindeutig gegen Gesetze verstößt!
  • barbarisch
    von sabsch70 am 31.12.2013 um 13:45
    Eine andere Bezeichnung als "barbarisch" für diese Art, Tiere zu töten, gibt es nicht. Unverständlich, dass dieser Artikel so "freundlich" verfasst wurde, zumal jeder weiss, dass die Begründungen für das Schächten (Hygienemängel) heute nicht mehr existieren, außer in Hinterhofmoscheen. Der VKI setzt sich gerne für menschliche Arbeitsbedingungen auf der ganzen Welt ein, aber der Tierschutz (wenn es ums Schächten geht) steht auf der Prioritätenliste offensichtlich ganz unten. Hat da wer Angst vor irgendwem? Binchen
  • Halal Fleisch
    von ennsi am 24.10.2013 um 14:28
    Also wer schon mal eine Halal Schlachtung gesehen hat wird Vegetarier!!! Da sind "normale" hiesige Schlachtungen schon extremst Human (wenn man das überhaupt so nennen kann) Ich bleib beim Fleisch vom Bauern und hol mir das vom Hof meiner Wahl und Vertrauens -)
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo